Ängstlicher Hund – was kann ich tun wenn mein Hund Angst hat?

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Wenn ein Hund Angst hat, sollten Sie als Halter zeitnah tätig werden und den Ursachen auf den Grund gehen sowie Ihren Vierbeiner dabei unterstützen, seine Ängste zu überwinden. Denn es kann durchaus sein, dass sich diese mit der Zeit zu einem ernsten Problem entwickeln und Ihr ängstlicher Hund irgendwann sogar eine Gefahr für seine Umwelt darstellt.

Welche Ursachen Angst bei Hunden haben kann und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie im Folgenden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Manche Hunderassen neigen von Natur aus eher dazu, ängstlich zu sein
  • Neben Gesundheitsproblemen können auch schlechte Erfahrungen und Änderungen im Umfeld bei Hunden Angst auslösen.
  • Betroffene Halter sollten möglichst ruhig bleiben, um ihren ängstlichen Hund nicht zusätzlich zu verunsichern.
  • Gezieltes Training kann dabei helfen, die Angst des Hundes zu lindern.
  • Bei besonders ängstlichen Tieren kann die Unterstützung eines Hundetrainers erforderlich sein.

Wodurch wird Angst bei Hunden ausgelöst?

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Auslöser, die für Angst bei Hunden verantwortlich sein können. Neben rassespezifischen Eigenheiten zählen dazu beispielsweise auch körperliche Beschwerden. Es ist daher nicht immer leicht, die Ursache der Angst auf den ersten Blick zu erkennen.

Ist ein Hund ängstlich, kann das zum Beispiel an einem der folgenden Gründe liegen:

  •   rassespezifische Eigenschaften
  •   Gesundheitsprobleme
  •   wenig Erfahrung / fehlende Sozialisierung
  •   Veränderungen im Umfeld

Bestimmte Hunderassen sind einfach etwas ängstlich

Während manche Hunderassen für ihr mutiges Wesen bekannt sind, sind andere von Natur aus recht sensibel und empfindlich. In der Regel liegt das vor allem am ursprünglichen Einsatzzweck, für den die jeweilige Rasse gezüchtet wurde.

Denn nicht bei allen Tieren war es wichtig, dass sie sich durch ein furchtloses Verhalten auszeichnen. Das heißt zwar nicht zwangsläufig, dass Hunde einer bestimmten Rasse grundsätzlich ängstlich sind. Zumindest bis zu einem bestimmten Grad besteht jedoch bei manchen Hunden durchaus eine gewisse rassetypische Neigung zu ängstlichem Verhalten.

Kranke Hunde sind oft ängstlich

Neben rassetypischen Charakterzügen können auch Gesundheitsprobleme Angst auslösen. Möglicherweise leidet Ihr Hund an Schmerzen oder hormonellen Störungen, die sich durch ängstliches Verhalten bemerkbar machen.

Sollten Sie für die Angst Ihres Hundes keine Erklärung haben, empfehlen wir Ihnen daher, einen Tierarzt aufzusuchen. Der Veterinär kann Ihren Vierbeiner untersuchen und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen zur Behandlung von möglichen Erkrankungen einleiten.

Schlechte oder fehlende Erfahrungen als Ursache für Angst bei Hunden

Schlechte Erfahrungen sind eine weitere mögliche Ursache für Angst bei Hunden. Vielleicht wurde Ihr Vierbeiner früher misshandelt oder in irgendeiner Form eingeschüchtert. Vor allem bei Hunden, die aus dem Tierschutz stammen, ist die genaue Vergangenheit oft weitgehend unbekannt. Noch häufiger als schlechte Erfahrung ist aber die fehlende Erfahrung der Grund für ängstliches Verhalten beim Hund. Hat Ihr Hund als Welpe und Junghund zu wenig kennenlernen dürfen, wird er zunächst vor allem, was neu ist, Angst haben.

In diesem Fall dauert es vermutlich eine ganze Weile, bis Ihr neuer Begleiter Vertrauen fasst und seine mangelnden Erfahrungen sowie die damit verbundenen Ängste überwindet.

Veränderungen können Hunde ängstigen

Hunde lieben feste Abläufe, an die sie sich gewöhnen können. Kommt es in ihrem Umfeld zu größeren Veränderungen, kann sie das recht leicht verunsichern und ängstigen.

Wenn Sie mit Ihrem Hund zum Beispiel vom Land in die Großstadt ziehen, kann die dort herrschende Hektik Ihrem Vierbeiner durchaus Angst machen. Denn im Unterschied zu Ihnen, kann er die fremde Umgebung und den plötzlichen Lärm um sich herum natürlich nicht ohne Weiteres einordnen.

Wie erkennt man einen ängstlichen Hund?

Um Ihren Hund unterstützen zu können, müssen Sie seine Angst natürlich erkennen. Typische Anzeichen für einen ängstlichen Hund sind zum Beispiel eine eingezogene Rute, eine geduckte Körperhaltung sowie angespannte Muskeln.

Je größer die Angst des Vierbeiners ist, desto mehr versucht er sich durch Ducken kleiner zu machen. Darüber hinaus gehören auch starkes Hecheln sowie Zittern zu den Körpersignalen, die sich häufig bei ängstlichen Hunden beobachten lassen.

Vermeiden Sie es in dieser Situation unbedingt, Ihren Vierbeiner zu bedrängen. Denn es kann durchaus sein, dass er sich in diesem Fall nicht anders zu helfen weiß und zubeißt.

Wie kann man einen ängstlichen Hund unterstützen?

Versuchen Sie als Halter unbedingt ruhig zu bleiben, denn im Normalfall orientiert sich Ihr Hund an Ihnen. Verhalten Sie sich selbst nervös oder ängstlich, fühlt sich Ihr Vierbeiner daher in seinen Gefühlen bestärkt und es gestaltet sich deutlich schwerer, seiner Angst entgegenzuwirken.

Verzichten Sie zudem darauf, mit Ihrem Hund zu schimpfen oder ihn gar für seine Angst zu bestrafen. Zeigen Sie ihm stattdessen, dass Sie für ihn da sind und er Ihnen auch in dieser Situation vertrauen kann. Das hilft Ihrem ängstlichen Hund dabei, sich zu beruhigen.

Training für ängstliche Hunde

Haben Sie erst einmal herausgefunden, in welchen Situationen sich Ihr Hund fürchtet, können Sie seiner Angst mit gezieltem Training entgegenwirken.

Kurz gesagt geht es dabei darum, dass Ihr Vierbeiner beängstigende Situationen in Zukunft als etwas Positives wahrnimmt. Das gelingt Ihnen beispielsweise mit einem tollen Leckerli zur richtigen Zeit oder gemeinsamen Spielen mit etwas Abstand zum Auslöser der Angst.

Beachten Sie dabei jedoch, dass jeder Angstauslöser einzeln angegangen werden muss und verzichten Sie zudem darauf, Ihren Vierbeiner zum Training zu drängen, wenn dieser gerade große Angst hat.

Sofern Sie behutsam vorgehen und Ihren Hund nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit seinen Ängsten konfrontieren, lassen sich so meist recht schnell Fortschritte erzielen. Allerdings kann es bei sehr ängstlichen Hunden durchaus sein, dass erst die Hilfe eines erfahrenen Hundetrainers den gewünschten Erfolg bringt.

Schützen Sie, was Ihnen wichtig ist!

Dieser Artikel wurde durch Manuela Vogt geprüft und überarbeitet!

Manuela Vogt
Tierpflegerin & Tierverhaltensberaterin

Manuela Vogt ist gelernte Tierpflegerin und hat viele Jahre in Tierheimen gearbeitet.

Sie lebt mit ihrer Familie, Hunden, Katze und Kaninchen in Norddeutschland.