Allergien bei Haustieren

Genau wie Menschen können auch Haustiere unter Allergien leiden. Die Lebensqualität der Vierbeiner wird durch die dabei auftretenden Beschwerden nicht weniger belastet, als dies bei uns selbst der Fall ist.

Als Tierhalter tun Sie daher gut daran, auf entsprechende Symptome zu achten und sich zeitnah um die Behandlung der Allergie bei Ihrem Haustier zu bemühen. Was Sie zu diesem Zweck wissen müssen, erfahren Sie im Folgenden.

Was ist eine Allergie?

Bei einer Allergie handelt es sich um eine Überreaktion der Abwehrkräfte. Das Immunsystem Ihres Haustiers reagiert auf einen normalerweise harmlosen Stoff aus der Umwelt mit der Bildung von Antikörpern, die den Organismus wie bei einer Krankheit gegen den vermeintlichen Eindringling verteidigen sollen. Die Stoffe, welche die Allergie beim Haustier auslösen, werden als Allergene bezeichnet.

Formen von Allergien

Es gibt verschiedene Allergietypen. Haustiere sind besonders oft von Allergien der Typen 1 und 4 betroffen, während Typ 2 und 3 vergleichsweise wenig verbreitet sind. In vielen Fällen lassen sich die verschiedenen Allergieformen nicht eindeutig voneinander abgrenzen und es handelt sich um eine Mischung verschiedener Typen.

Typ-I-Allergien (Soforttyp)

Liegt eine Allergie des Typs I vor, reagiert der Körper des Haustieres bei Kontakt mit dem entsprechenden Allergen sofort. Es kommt innerhalb von wenigen Minuten oder gar Sekunden zu einer allergischen Reaktion. Zu den Typ-I-Allergien zählen zum Beispiel Atopien, Futtermittelallergien und die Flohbissallergie.

Typ-II-Allergien

Bei einer Typ-II-Allergie kommt es zu einer Zerstörung von Zellbestandteilen durch Antikörper. In der Folge können sich Bakterien, Medikamente oder auch andere Stoffe an den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) festsetzen, wodurch diese dann vom Immunsystem zerstört werden und eine Anämie (Blutarmut) ausgelöst wird. Eine solche Allergie vom Typ II ist beispielsweise die hämolytische Anämie.

Typ-III-Allergien

Kommt es zu einem Ungleichgewicht in den aus Antikörpern und Antigenen bestehenden Immunkomplexen im Organismus des Haustieres, liegt eine Typ-III-Allergie vor. Es kann sowohl ein Überschuss an Antigenen als auch Antikörpern vorliegen. Beides kann krankhafte Veränderungen im Körper Ihres Vierbeiners verursachen.

Typ-IV-Allergien

Typ-IV-Allergien werden durch sensibilisierte T-Zellen (weiße Blutzellen, die Teil des Immunsystems sind) verursacht. Bis es zu einer erkennbaren allergischen Reaktion kommt, vergehen zwischen 12 Stunden und 3 Tagen. Das macht es schwierig, die genaue Ursache der Allergie beim betroffenen Haustier herauszufinden.

Allergien, die bei Haustieren häufig auftreten

Haustiere können von ganz unterschiedlichen Allergien betroffen sein, die sich sowohl anhand der auftretenden Symptome als auch hinsichtlich der notwendigen Behandlung oft voneinander unterscheiden.

Insbesondere für folgende Allergien besteht bei Ihrem Haustier ein Risiko.

  1. Atopien
  2. Futtermittelallergien
  3. Flohdermatitis
  4. Kontaktallergien
  5. Insektenstichallergie
  6. Staphylokokkenallergie

1. Atopien

Atopien zählen zu den Typ-1-Allergien und sind bei Haustieren weit verbreitet. Sie werden unter anderem durch den Kontakt mit Hausstaubmilben oder Pollen ausgelöst und treten meist in Form einer atopischen Dermatitis auf. Bei Hunden ist die atopische Dermatitis die häufigste aller auftretenden Allergien. Sie macht sich mit Hautproblemen wie Juckreiz, Ausschlag und Entzündungen bemerkbar.

2. Futtermittelallergien

Futtermittelallergien stellen bei Haustieren wie Katzen und Hunden zunehmend ein Problem dar. Sie werden durch bestimmte, im Futter enthaltene Proteine ausgelöst. Als häufige Allergene bei einer Futtermittelallergie gelten unter anderem Huhn, Rind, Milch und Eier. Sie verursachen Hautprobleme, Entzündungen sowie Verdauungsbeschwerden.

3. Flohdermatitis

Eine Flohdermatitis, beziehungsweise Flohbissallergie kann bereits kurz nach dem Biss zu einer allergischen Reaktion beim Haustier führen (Typ-I-Allergie) und ist durch ein lokales Anschwellen sowie durch einen starken Juckreiz gekennzeichnet. Sie kann sich allerdings auch langfristig entwickeln (Typ-IV-Allergie), wobei es dann zu juckenden Entzündungen der Haut kommt.

4. Kontaktallergien

Der wiederholte Kontakt mit bestimmten Stoffen, wie zum Beispiel Putzmitteln, Pflanzen, Farben, Insektenschutzmitteln oder synthetischen Stoffen, kann bei Haustieren zu einer Sensibilisierung und damit zu einer Kontaktallergie führen. Symptome wie Rötungen und Juckreiz treten erst nach einigen Tagen auf und können mit der Zeit auch zu Entzündungen der Haut führen. Es handelt sich also um eine Typ-IV-Allergie.

5. Insektenstichallergie

Auch Insekten können bei Haustieren eine Allergie auslösen. Vor allem die Stiche von Wespen oder Bienen sind im Rahmen einer solchen Insektenstichallergie gefährlich. Denn wird das Tier im Gesicht oder im Mund gestochen, können die Atemwege zuschwellen.

6. Staphylokokkenallergie

Bei Staphylokokken handelt es sich um Bakterien. Diese können über kleine Verletzungen der Haut eindringen und verursachen dann eitrige, nässende Hautentzündungen, an denen der Vierbeiner sein Fell verliert und schuppige Haut zurückbleibt. Die Staphylokokkenallergie ist vor allem bei einigen Hunderassen weit verbreitet.

Symptome, mit denen sich Allergien bei Haustieren bemerkbar machen

Bei Haustieren machen sich Allergien in den meisten Fällen vor allem in Form von diversen Hautproblemen bemerkbar. Es kommt zu Rötungen, Bläschenbildung oder Juckreiz. Da die Vierbeiner sich aufgrund des Juckreizes vermehrt lecken und kratzen, werden die Beschwerden verschlimmert, sodass es in der Folge dann häufig zu kahlen Stellen, offenen Wunden und Hautentzündungen kommt.

Futtermittelallergien führen darüber hinaus zu Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt, die sich unter anderem in Form von Durchfall bemerkbar machen.

Allergien bei Haustieren – Diagnose durch den Tierarzt

Da Hautprobleme auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen auftreten können, ist es für Sie als Tierhalter nur schwer möglich, mit Sicherheit auf eine Allergie als Ursache der Beschwerden zu schließen. Leidet Ihr Haustier und Juckreiz und ähnlichen Symptomen, sollten Sie deshalb in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen.

Können Parasiten oder Infektionen als Ursache der Hautbeschwerden ausgeschlossen werden, ist es an der Zeit, die genaue Form der Allergie zu bestimmen. Handelt es sich dabei nicht gerade um eine Insektenstich- oder Flohbissallergie, bei denen sofort typische Reaktionen auftreten, bleibt als verlässliche Untersuchungsmethode nur das Ausschlussverfahren.

So wird als Test auf eine Futtermittelallergie zum Beispiel eine Ausschlussdiät durchgeführt. Dabei wird überprüft, welcher Bestandteil des Futters für die Allergie bei Ihrem Haustier verantwortlich ist. Zu diesem Zweck gibt es für Hunde und Katzen spezielles hypoallergenes Futter. Es ist jedoch auch möglich, das Futter für die Ausschlussdiät selbst zu kochen, anstatt zur gekauften Variante zu greifen.

Allergien bei Haustieren behandeln

Wie eine Allergie bei Ihrem Haustier behandelt werden muss, hängt in erster Linie davon ab, um welche Allergie es sich genau handelt. Prinzipiell ist natürlich die Vermeidung des Kontakts mit dem entsprechenden Allergen am wirksamsten.

Das ist jedoch nicht bei allen Allergien möglich, sodass andere Behandlungsmethoden genutzt werden müssen. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick darüber, wie die verschiedenen Arten von Allergien bei Ihrem Haustier behandelt werden können.

Behandlung von Allergien bei Haustieren

AtopienNach der Bestimmung des Allergens Durchführung einer Hyposensibilisierung für ungefähr sechs Monate, zu Beginn bei Bedarf zusätzliche Gabe von Mitteln gegen Juckreiz
FuttermittelallergienDurchführung einer Ausschlussdiät zur Bestimmung des Allergens, dauerhafte Umstellung auf ein Futter ohne den Allergieauslöser
FlohdermatitisKonsequente Prophylaxe gegen Befall mit Flöhen, Behandlung von vorhandenen Hautentzündungen mithilfe von geeigneten Präparaten wie Salben
KontaktallergienWenn Allergen bekannt, möglichst konsequente Vermeidung des Kontakts
InsektenstichallergieNutzung von Insektenschutzmitteln mit repellierender (abschreckender) Wirkung, bei Atemnot durch Stiche in Mund oder Gesicht Injektion mit Kortison durch den Tierarzt
StaphylokokkenallergieBei Diagnose einer Staphylokokkenallergie Gabe von Antibiotika, meist über mehrere Wochen notwendig

Fazit

Allergien sind für Haustiere ebenso lästig, wie für Menschen. Unbehandelt können sie ernste Folgen wie Infektionen nach sich ziehen. Daher sollten Sie sich als Halter eines Tieres, das entsprechende Symptome zeigt, zeitnah an einen Tierarzt wenden.

Dieser kann überprüfen, ob Ihr Haustier tatsächlich unter einer Allergie leidet sowie den Auslöser der allergischen Reaktion bestimmen. Anhand der Untersuchungsergebnisse können Sie, beziehungsweise Ihr Tierarzt dann mit der erforderlichen Behandlung beginnen.

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