Cocker Spaniel

Cocker Spaniel
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Beim English Cocker Spaniel handelt es sich um einen mittelgroßen Jagdhund aus Großbritannien. Die Rasse wurde ursprünglich für die Jagd auf Vögel gezüchtet, wofür sie dank ihrer Zuverlässigkeit auch heute noch zum Einsatz kommt.

Davon abgesehen erfreut sich der Cocker Spaniel mittlerweile auch als reiner Familien- und Begleithund, der sich hervorragend für Anfänger ohne jagdlichen Hintergrund eignet, großer Beliebtheit.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • FCI: Gruppe 8, Sektion 2, Standard Nr. 5 (mit Arbeitsprüfung)
  • Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre
  • Herkunft: Großbritannien
  • Größe: Rüden 39 – 41 cm / Hündinnen 38 – 39 cm
  • Gewicht: 12,5 – 14,5 kg
  • Farben: Schwarz, Rot, Braun, Braunschimmel, Blauschimmel, Orangeschimmel, Schwarz-Weiß, Braun-Weiß, Orange-Weiß
  • Charakter: sensibel, fröhlich, anhänglich, temperamentvoll, eigensinnig

Herkunft und Geschichte des Cocker Spaniels

Die Vorfahren des Cocker Spaniels waren spanische Vogelhunde. Er zählt heute zu den ältesten Rassehunden überhaupt. Seine Anerkennung als eigenständige Rasse durch den Kennel Club erfolgte bereits im Jahr 1873. Erste Zuchtverbände auf dem europäischen Festland folgten Anfang des 20. Jahrhunderts.

Den Namen Cocker Spaniel verdankt er dem englischen Wort Woodcock, was für Waldschnepfe steht und sich auf das ursprüngliche Einsatzgebiet der quirligen Jagdhunde bezieht.

Der Rassestandard des Cocker Spaniels wurde im Laufe der Zeit einige Male angepasst, da die zwischenzeitlich als Ausstellungshunde gezüchteten Tiere aufgrund ihres Körperbaus einen Teil ihrer jagdlichen Fähigkeiten verloren hatten.

Mittlerweile hat der Cocker Spaniel längst auch bei uns die Herzen vieler Hundehalter erobert und zählt in Deutschland seit Jahren zu den beliebtesten Rassen.

Beschreibung des Cocker Spaniel

Besitzer eines Cocker Spaniels können sich über eine recht hohe Lebenserwartung von immerhin 12 bis 15 Jahren freuen. Die mittelgroßen Vierbeiner erreichen laut Rassestandard ein Gewicht von 12,5 bis 14,5 Kilo. Rüden werden mit einer Schulterhöhe von 39 bis 41 Zentimetern etwas größer als Hündinnen. Letztere erreichen nur eine Größe von 38 bis 39 Zentimetern.

Der Cocker Spaniel besitzt einen kompakten Körperbau mit einem leicht abfallenden Rücken sowie einem gut ausgebildeten Brustkorb. Seine charakteristischen tief angesetzten Hängeohren sind sehr groß und lang. Die Augen sind ebenfalls groß und können entweder eine haselnussbraune oder eine dunkle Färbung aufweisen.

Der Cocker Spaniel besitzt eine große Nase, deren Färbung zur Fellfarbe passt. Er hat zudem eine große Schnauze mit einem kräftigen Kiefer.

Das dichte weiche Fell liegt eng am Körper an. Am Kopf und am Rücken sind die Haare relativ kurz. An Brust, Bauch, Ohren, Läufen und Rute ist das Fell des Cocker Spaniels hingegen deutlich länger. Im Rahmen der Fellpflege ist ein gelegentliches Trimmen der Haare unverzichtbar.

Der Cocker Spaniel darf ein-, zwei- oder dreifarbig sein und unter anderem folgende Farben haben:

  • Schwarz
  • Rot
  • Braun
  • Braunschimmel
  • Blauschimmel
  • Orangeschimmel
  • Schwarz-Weiß
  • Braun-Weiß
  • Orange-Weiß

Wesen des Cocker Spaniels

Der Cocker Spaniel zeichnet sich durch sein neugieriges und stets interessiertes Wesen aus. Er gilt als ausgesprochen lernwillig und liebt es, im Dickicht zwischen Sträuchern und Büschen auf Entdeckungstour zu gehen.

Davon abgesehen ist der sensible Cocker Spaniel ein fröhlicher und freundlicher Hund. Gleichzeitig erweist er sich im Alltag als ziemlich temperamentvoll und bisweilen ein wenig eigensinnig. Nichtsdestotrotz legt der Cocker Spaniel stets großen Wert auf ein harmonisches Miteinander mit seinem Halter und zeigt sich im Normalfall auch gegenüber anderen Tieren von seiner unkomplizierten Seite.

Mögliche Einsatzbereiche für den Cocker Spaniel

Der Cocker Spaniel wurde ursprünglich als Stöberhund zum Aufspüren von Niederwild und Geflügel gezüchtet. Aus diesem Grund neigt er auch heute noch dazu, sich durch häufiges Bellen mitzuteilen. Wer die Haltung eines Cocker Spaniels in einer Mietswohnung plant, sollte sich dieser Tatsache bewusst sein.

Obwohl sich der Cocker Spaniel nach wie vor hervorragend als Jagdhund eignet, handelt es sich mittlerweile bei den meisten Tieren um reine Familienhunde.

Im häuslichen Umfeld erweist sich der Cocker Spaniel als treuer und liebenswerter Begleiter. Allerdings sollten angehende Halter den für Erziehung und Beschäftigung erforderlichen Zeitaufwand nicht unterschätzen.

Denn der Cocker Spaniel hat einen sehr hohen Bewegungsdrang, der eine gute Auslastung der Vierbeiner erforderlich macht. Zu diesem Zweck bieten sich insbesondere verschiedene Hundesportarten, wie zum Beispiel Agility, Turnierhundesport, Apportieren oder auch Wasserarbeit, an.

Cocker Spaniel Krankheiten

Leider ist auch der Cocker Spaniel nicht von einer Prädisposition für verschiedene rassetypische Krankheiten verschont geblieben.

Neben generellen Ohrenbeschwerden leiden die Tiere unter anderem vermehrt unter dem sogenannten Kongenitalen Vestibularsyndrom. Dabei handelt es sich um eine vererbte Erkrankung des Innenohrs, die zu Gleichgewichtsstörungen sowie Taubheit führen kann.

Darüber hinaus erkranken Cocker Spaniel recht häufig an einer Lefzendermatitis, bei der es zu eitrigen Entzündungen an den Lippen kommt.

Die sogenannte Cockerwut ist vor allem bei Rüden verbreitet, wobei sich das Risiko je nach Fellfarbe zu unterscheiden scheint. Bei Cockerwut handelt es sich um eine grundlose Aggressivität, die bei betroffenen Tieren anfallsartig auftritt.

Der American Cocker Spaniel

Neben dem klassischen English Cocker Spaniel gibt es auch einen American Cocker Spaniel. Dieser stammt von seinen englischen Verwandten ab und hat sich zu einer eigenständigen Rasse mit eigenem Standard entwickelt.

Der American Cocker Spaniel ist etwas kleiner und unterscheidet sich von der englischen Variante vor allem durch einen runderen Kopf sowie ein deutlich üppigeres Fells. Er ist in erster Linie ein reiner Showhund, der als Familien- und Begleithund gehalten wird.

Für den Einsatz bei der Jagd eignet er sich hingegen nicht, obwohl er über einen ähnlich stark ausgeprägten Jagdtrieb wie der English Cocker Spaniel verfügt.