Die Rolligkeit der Katze

Die Rolligkeit der Katze
@Dariusz Sankowski / Pixabay

Wer eine unkastrierte weibliche Katze besitzt, weiß wie anstrengend ein rolliger Vierbeiner sein kann. Denn wenn eine Katze paarungsbereit ist, lässt sie das ihre Umwelt in der Regel sehr deutlich wissen.

Woran Sie die Rolligkeit Ihrer Katze erkennen und wie ihr Zyklus genau abläuft, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Die meisten Katzen erreichen im Alter von vier bis zwölf Monaten ihre Geschlechtsreife.
  • Normalerweise werden Katzen zweimal im Jahr rollig.
  • Rollige Katzen zeigen ihre Paarungsbereitschaft oft sehr deutlich durch laute Schreie und Markieren.
  • Bleiben Deckakt und Befruchtung aus, können Katzen dauerrollig werden.
  • Bei Katzen, die nicht für die Zucht vorgesehen sind, ist die Rolligkeit mit gesundheitlichen Risiken verbunden.
  • Mit einer Kastration lässt sich die Rolligkeit der Katze dauerhaft unterbinden.

Wann wird eine Katze das erste Mal rollig?

Katzen werden in der Regel in einem Alter von vier bis zwölf Monaten geschlechtsreif. Der Zeitpunkt der ersten Rolligkeit wird unter anderem auch durch die Rasse beeinflusst. Während es bei einigen Langhaarkatzen durchaus erst nach deutlich über einem Jahr soweit sein kann, sind Siamkatzen zum Beispiel schon mit rund sechs Monaten geschlechtsreif.

Zudem muss die Katze vor ihrer ersten Rolligkeit etwa 80 Prozent ihres künftigen Körpergewichts haben. Eine unzureichende Fütterung kann die Geschlechtsreife des Vierbeiners dementsprechend verzögern.

Der Zyklus der Katze

Weibliche Katzen werden zweimal pro Jahr rollig. In der Regel ist das im Frühjahr und im Herbst der Fall. Reine Wohnungskatzen können durch den Einfluss des künstlichen Lichts in der Wohnung ganzjährig rollig werden.

Die Rolligkeit der Katze besteht aus der Vorbrunst (Proöstrus) und der eigentlichen Brunst (Östrus). Das Decken durch einen männlichen Artgenossen wird nur während des Östrus toleriert.

Wie macht sich die Rolligkeit bei Katzen bemerkbar?

Steht die Rolligkeit kurz bevor, erkennen das Katzenhalter unter anderem daran, dass ihr Vierbeiner plötzlich auffallend anhänglich wird und nur noch wenig frisst. In vielen Fällen rollt sich die Katze zudem auf dem Boden, woher übrigens auch die Bezeichnung Rolligkeit stammt.

Wenn die eigentliche Rolligkeit einsetzt, wird das Verhalten der Katze deutlich auffälliger. Der Vierbeiner beginnt damit, sein Hinterteil hoch zu strecken und nach einem möglichen Partner zu schreien.

Dieses Verhalten ist nicht bei allen Katzen gleichermaßen ausgeprägt und kann je nach Charakter und Rasse variieren. Während sich einige Vierbeiner eher ruhig verhalten, treten andere während der Rolligkeit sehr offensiv auf.

In vielen Fällen tritt bei rolligen Katzen aufgrund der Änderungen des Hormonhaushalts auch weißlicher Ausfluss aus der Scheide aus. Einige Tiere werden zudem unsauber und versuchen durch Markieren einen Kater anzulocken.

Katzen können dauerrollig werden

Kommt es während der Rolligkeit der Katze zur Paarung mit einem Kater, wird der Vierbeiner möglicherweise trächtig. In der Regel sind allerdings etwa vier bis fünf Deckakte notwendig, bevor der Hormonspiegel der weiblichen Katze hoch genug ist, um den Follikelsprung auszulösen und damit eine Befruchtung zu ermöglichen.

Bleiben Deckakt und Befruchtung aus, wiederholt sich der Zyklus der Katze meist nach etwa neun Tagen wieder. Statt zweimal im Jahr kann die Katze in diesem Fall auch dauerrollig werden.

Gesundheitliche Risiken der Rolligkeit bei Katzen

Die Rolligkeit ist für Katzen mit hohem Stress verbunden und belastet ihren Körper sowohl psychisch als auch körperlich sehr stark. Oftmals vergessen die Tiere grundlegende Bedürfnisse und fressen kaum noch oder gehen nicht mehr regelmäßig auf das Katzenklo.

Zudem besteht gerade bei Katzen, die nicht als Zuchttiere eingesetzt werden sollen und die eine Dauerrolligkeit entwickeln, ein deutlich höheres Risiko für die Bildung von Tumoren.

Katzen vermehren sich sehr schnell

Katzen sind ausgesprochen fruchtbare Tiere. Sofern sie die Gelegenheit dazu haben, vermehren sie sich mit einem unglaublichen Tempo. Weibliche Katzen können bereits ein bis zwei Wochen nach der Geburt schon wieder paarungsbereit sein.

Rein rechnerisch wäre es möglich, dass ein einzelnes Katzenpärchen innerhalb von zehn Jahren rund 80 Millionen Nachkommen haben könnte. Auch wenn das in der Realität natürlich nicht passieren wird, zeigt sich anhand dieser Zahl sehr deutlich, warum sich streunende Katzen in vielen Städten zu einem ernsten Problem entwickelt haben.

Eine kastrierte Katze wird nicht mehr rollig

Die Rolligkeit ist ohne erfolgreichen Deckakt nicht nur für Ihre Katze, sondern auch für Sie selbst ausgesprochen anstrengend. Wenn Sie wie die meisten Katzenhalter keinen Nachwuchs planen, ist es daher ratsam, Ihren Vierbeiner rechtzeitig zu kastrieren.

Mit einer Kastration unterbinden Sie die Rolligkeit Ihrer Katze und können sich auch bei Freigängern sicher sein, dass Sie keinen ungewollten Familienzuwachs bekommen. Der Eingriff ist für den Tierarzt Routine und dementsprechend kaum mit Risiken verbunden.

Da die Kastration Ihrer Katze nicht nur die Rolligkeit unterbindet, sondern darüber hinaus auch gesundheitliche Vorteile bringt, ist der Eingriff in jedem Fall zu empfehlen.