Kastration bei Katzen: Vorteile, Kosten und Risiken

Kastration bei Katzen
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Früher oder später steht jeder Katzenhalter vor der Frage, ob er seine Katze kastrieren lassen sollte oder nicht. Im Folgenden erklären wir Ihnen, warum der Eingriff fast immer die richtige Entscheidung ist.

Außerdem erfahren Sie, welche Kosten Sie erwarten und warum es in einigen Städten sogar eine Kastrationspflicht für Katzen gibt.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Kastrieren verhindert ungewollten Nachwuchs und unerwünschte Verhaltensweisen.
  • Durch eine Kastration lässt sich das Risiko für verschiedene Krankheiten senken.
  • In vielen Städten besteht für Freigänger mittlerweile eine Kastrationspflicht.
  • Die Kastration einer Katze ist aufwendiger und teurer als die eines Katers.
  • Der Tierarzt kann den richtigen Zeitpunkt für das Kastrieren abschätzen.

Vorteile einer Kastration bei Freigängern

Bei weiblichen Katzen mit Freigang versteht es sich vermutlich von selbst, dass eine Kastration zum Vermeiden einer ungewollten Trächtigkeit unerlässlich ist.

Darüber hinaus bietet der Eingriff allerdings auch für Kater mit Freigang Vorteile. Denn kastrierte Kater leben im Normalfall deutlich länger.

Das liegt daran, dass nicht kastrierte Kater auf der Suche nach Weibchen oft besonders ausgedehnte Streifzüge unternehmen und dabei regelmäßig in Konkurrenzkämpfe verwickelt werden.

Dadurch steigt das Risiko für Unfälle, schwere Verletzungen sowie eine Infektion mit gefährlichen Krankheiten bei unkastrierten Katern stark an.

Warum auch Wohnungskatzen kastriert werden sollten

Eine Kastration ist nicht nur für Freigänger von Vorteil. Sie ist darüber hinaus auch für reine Wohnungskatzen sinnvoll.

Bei einem Kater lassen sich dadurch übermäßiges Territorialverhalten und übel riechende Markierungen in der Wohnung verhindern. Kastrierte Katzen werden nicht mehr rollig und leiden zudem deutlich seltener an Gebärmuttererkrankungen oder Tumoren an ihrem Gesäuge.

Ist eine Kastration für Katzen gefährlich?

Die Kastration wird unter Vollnarkose durchgeführt und ist wie alle Operationen mit einem gewissen Risiko verbunden. Allerdings handelt es sich dabei um einen Routineeingriff. Mit Komplikationen müssen Sie daher im Normalfall nicht rechnen.

Die Kastration bei Katzen

Katzen werden bei der Kastration die Eierstöcke entnommen. Zu diesem Zweck ist es notwendig, den Vierbeiner unter Vollnarkose zu setzen und die Bauchhöhle zu öffnen.

Oft entfernt der Veterinär während des Eingriffs auch die Gebärmutter. Nach erfolgter Entnahme der Organe wird der Bauch mit einer Naht geschlossen. Die Kastration einer Katze kostet ungefähr 150 Euro.

Die Kastration bei Katern

Katern werden bei der Kastration die Hoden entfernt. Der Eingriff erfolgt ebenfalls unter Vollnarkose. Ein Öffnen der Bauchhöhle ist dafür jedoch nicht erforderlich. Stattdessen muss der Veterinär lediglich zwei kleine Schnitte an den Hoden vornehmen, die im Normalfall ohne Nähen wieder verheilen. Die Kastration eines Katers ist daher meist günstiger und kostet nur ungefähr 80 Euro.

Wann sollten Katzen kastriert werden?

Hinsichtlich des Zeitpunktes für die Kastration gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder wird der Eingriff vor der Geschlechtsreife oder erst danach durchgeführt.

Eine Frühkastration, die vor dem Eintreten der Geschlechtsreife durchgeführt wird, kann vor allem für Freigänger sinnvoll sein. Bei Katern wird der Eingriff in diesem Fall ab dem fünften Monat und bei Katzen mit vier Monaten vorgenommen.

Allerdings kann eine zu frühe Kastration unter Umständen dazu führen, dass die körperliche Entwicklung gestört wird. Manche Halter befürworten es daher, mit dem Kastrieren bis zur Geschlechtsreife zu warten.

Wir empfehlen Ihnen, sich in dieser Frage von einem Tierarzt beraten zu lassen. Dieser kann Ihren Vierbeiner untersuchen und einschätzen, wann der richtige Zeitpunkt für die Kastration ist.

Kastrierte Katzen neigen zu Übergewicht

Seien Sie sich darüber im Klaren, dass die Kastration bei Ihrer Katze Änderungen im Hormonhaushalt sowie eine Reduzierung des Bewegungsdranges mit sich bringt. Beides zusammen führt dazu, dass Ihr Vierbeiner weniger Kalorien verbrennt und daher leichter zu Übergewicht neigt.

Um eine Gewichtszunahme und damit verbundene Folgen für die Gesundheit zu vermeiden, ist es deshalb wichtig, dass Sie die Fütterung Ihrer kastrierten Katze bedarfsgerecht anpassen.

Sterilisieren statt Kastrieren

Um eine ungewollte Fortpflanzung zu verhindern, ist es alternativ auch möglich, eine Katze zu sterilisieren. Im Unterschied zur Kastration werden die Fortpflanzungsorgane dabei nicht komplett entfernt.

Stattdessen werden sie lediglich funktionsunfähig gemacht, indem die Eileiter der Katze, beziehungsweise die Samenleiter des Katers durchtrennt werden.

Die Sterilisation hat keinen Einfluss auf den Hormonhaushalt, das Verhalten oder das Krankheitsrisiko des Vierbeiners. Die meisten Tierärzte raten daher zur Kastration.

Kastrationspflicht für Freigänger

Aktuell leben rund zwei Millionen Streunerkatzen in Deutschland. In vielen Kommunen haben sich die wild lebenden Hauskatzen zu einem ernsthaften Problem entwickelt.

Aus diesem Grund ist es mittlerweile in einer Reihe von Städten gesetzlich vorgeschrieben, Katzen mit Freigang zu kastrieren. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die Population an Streunerkatzen durch das Verpaaren mit Freigängern weiter wächst.

Unser Fazit zum Thema Kastration bei Katzen

Wie Sie sehen, gibt es im Grunde nichts, was gegen das Kastrieren Ihrer Katze spricht. Stattdessen profitieren sowohl Sie als auch Ihr Vierbeiner von vielen Vorteilen, wie zum Beispiel einem niedrigeren Krankheitsrisiko.

Sofern Sie Ihre Katze nicht ausschließlich in der Wohnung halten möchten, haben Sie in vielen Gemeinden ohnehin keine Wahl, da dort eine Kastrationspflicht für Freigänger besteht.

Doch selbst wenn das nicht der Fall ist, empfehlen wir Ihnen, die Kastration Ihrer Katze unabhängig von Geschlecht und Haltungsform zumindest ernsthaft in Betracht zu ziehen.