Kleiner Münsterländer

Kleiner Münsterländer
@ Peggychoucair / Pixabay

Beim Kleinen Münsterländer handelt es sich um eine mittelgroße Hunderasse aus Deutschland. Als klassischer Jagdhund liebt er das Wasser und erfreut sich aufgrund seiner Vielseitigkeit bei Jägern großer Beliebtheit.

Darüber hinaus ist der Kleine Münsterländer aber auch ein ausgezeichneter Familienhund, der mit einem attraktiven Erscheinungsbild sowie einem freundlichen und ausgeglichenen Wesen zu überzeugen weiß.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • FCI: Gruppe 7, Sektion 1.2, Standard Nr. 102 (mit Arbeitsprüfung)
  • Lebenserwartung: 12 bis 14 Jahre
  • Herkunft: Deutschland
  • Größe: Rüden 52 – 56 cm / Hündinnen 50 – 54 cm
  • Gewicht: circa 17 bis 25 kg (keine Vorgaben im Rassestandard)
  • Farben: Weiß oder Schimmel mit braunen Abzeichen
  • Charakter: temperamentvoll, intelligent, wesensfest, verspielt, ausgeglichen

Herkunft und Geschichte des Kleinen Münsterländers

Der Kleine Münsterländer stammt ursprünglich von langhaarigen Wachtelhunden ab. Deren Aufgabe bestand seit jeher darin, Geflügel aufzuspüren, den Fund dem Jäger anzuzeigen und die Beute nach dem Schuss zu apportieren.

Anfang des 20. Jahrhunderts begann man mit der Reinzucht des Kleinen Münsterländers, wobei in diesem Zusammenhang vor allem dem deutschen Kynologen und Förster Edmund Löns eine wichtige Rolle zukommt. Dieser nannte die Rasse zunächst Heidewachtel. Auf den Namen Kleiner Münsterländer einigte man sich erst später.

Obwohl es sich bei ihm um eine deutsche Hunderasse handelt, ist der Kleine Münsterländer heute vor allem in Norwegen, Schweden und Frankreich verbreitet, wo er sehr gerne bei der Jagd im Wald zum Einsatz kommt. Aufgrund seines attraktiven Äußeren hat er sich zudem zu einem beliebten Familienhund entwickelt.

Beschreibung des Kleinen Münsterländers

Der Kleine Münsterländer ist der kleinste deutsche Vorstehhund. Rüden erreichen eine Größe von 52 bis 56 Zentimetern, während Hündinnen mit einer Schulterhöhe zwischen 50 und 54 Zentimetern etwas kleiner werden. Hinsichtlich des Gewichts sieht der Rassestandard des Kleinen Münsterländers keine Vorgaben vor. In der Regel erreichen die Tiere jedoch ein Gewicht von 17 bis 25 Kilo.

Der Kleine Münsterländer besitzt einen harmonischen Körperbau mit einer straffen Haut und einer kräftigen Muskulatur. Sein mittellanges Fell ist dicht, glatt und leicht gewellt. Er besitzt eine buschige Rute und hat zudem an den Läufen zum Teil etwas längere Haare.

Die Grundfarbe des Kleinen Münsterländers ist entweder Weiß oder Schimmel und mit unterschiedlich stark ausgeprägten braunen Abzeichen versehen. Seine großen Ohren sind stark behaart und hängen seitlich herab. Seine mittelgroßen Augen sind dunkelbraun. Der Kopf des Kleinen Münsterländers ist recht flach und weist nur eine leichte Wölbung auf. Der Stop ist nur mäßig ausgeprägt und seine gerade Schnauze zeichnet sich durch einen kräftigen Fang aus.

Wesen des Kleinen Münsterländers

Der Kleine Münsterländer ist ein typischer Jagdhund. Er besitzt ein temperamentvolles Wesen und erweist sich als ausgesprochen lernwillig und intelligent. Bei gemeinsamen Jagdausflügen mit seinem Halter beweist der Kleine Münsterländer Nervenstärke und zeigt sich als aufmerksamer Teamplayer.

Darüber hinaus gilt er als aufgeschlossen und menschenfreundlich, was ihn auch zu einem tollen Familienhund macht. Sein ausgeprägter Spieltrieb sowie seine offene Art kommen nicht nur bei Kindern gut an, sondern sichern ihm die Sympathien von nahezu allen Hundeliebhabern.

Kleiner Münsterländer
Auch ein kleiner Münsterländer mag es gemütlich!

Mögliche Einsatzbereiche für den Kleinen Münsterländer

Der Kleine Münsterländer ist ein klassischer Jagdhund, der durch Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit zu überzeugen weiß. Da er das Wasser liebt, eignet er sich ideal für die Jagd auf Enten, wo er seine Stärken optimal zur Geltung bringen kann.

Davon abgesehen eignet sich der ausgeglichene und offene Kleine Münsterländer aber durchaus auch für die Haltung als Familienhund. In diesem Fall ist es jedoch wichtig, ihn ausreichend zu beschäftigen und insbesondere seinen hohen Bewegungsdrang zu befriedigen.

Hundesport gehört dabei praktisch zum Pflichtprogramm. So sorgen zum Beispiel Disziplinen wie Agility, Dummytraining, Apportieren, Wasserarbeit oder auch Dog Diving dafür, dass der Kleine Münsterländer körperlich ausgelastet und zufrieden ist.

Kleiner Münsterländer Krankheiten

Insgesamt ist der Kleine Münsterländer recht robust und nicht allzu anfällig für Krankheiten. Selbst sein relativ langes Fell erweist sich als pflegeleicht und erfordert nur wenig Aufwand. Nichtsdestotrotz gibt es einige Gesundheitsprobleme, für die beim Kleinen Münsterländer ein erhöhtes Risiko besteht.

Folgende gesundheitliche Probleme treten bei Kleinen Münsterländern überdurchschnittlich oft auf:

  • Die Rasse leidet recht häufig an einem Entropium (eingerolltes Augenlid).
  • Entzündliche Hauterkrankungen wie Dermatitis sind beim Kleinen Münsterländer keine Seltenheit.
  • Aufgrund der großen behaarten Ohren besteht ein erhöhtes Risiko für Ohrenentzündungen.
  • Gelegentlich leiden Kleine Münsterländer an Hüftdysplasie und den damit verbundenen Folgen.

Der große Namensvetter des Kleinen Münsterländers

Neben dem Kleinen Münsterländer gibt es auch einen Großen Münsterländer. Trotz des Namens handelt es sich bei diesem jedoch um eine komplett eigenständige Rasse. Denn er entstammt züchterisch einer vollkommen anderen Linie und besitzt auch seinen eigenen FCI-Standard.

Genau wie der Kleine Münsterländer zählt der Große Münsterländer zu den Vorstehhunden. Mit einer Schulterhöhe von bis zu 65 Zentimetern wird er allerdings ein gutes Stück größer als sein kleinerer Verwandter. Dennoch ist optisch durchaus eine gewisse Ähnlichkeit zum Kleinen Münsterländer erkennbar.