Komondor

Komondor
@Hell Čadanová / Pixabay

Beim Komondor handelt es sich um eine große Hunderasse aus Ungarn. Die robusten Hirtenhunde dienten ursprünglich der Bewachung von Viehherden, wobei ihnen ihr wachsames und mutiges Wesen zugute kam.

Heute ist die Bedeutung als Hütehund recht gering. Stattdessen kommt der Komondor in erster Linie als Begleithund zum Einsatz.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • FCI: Gruppe 1, Sektion 1, Standard Nr. 53 (ohne Arbeitsprüfung)
  • Lebenserwartung: 10 bis 13 Jahre
  • Herkunft: Ungarn
  • Größe: Rüden min. 70 cm / Hündinnen min. 65 cm
  • Gewicht: Rüden 50 – 60 kg / Hündinnen 40 – 50 kg
  • Farbe: Elfenbeinfarben
  • Charakter: wachsam, tapfer, selbstständig, intelligent, ruhig

Herkunft und Geschichte des Komondors

Der Komondor stammt ursprünglich aus Ungarn. Man vermutet, dass die Ursprünge dieser Hunderasse bereits 2.000 Jahre zurückliegen und seine Vorfahren schon von den Sumerern gehalten wurden.

Im 9. Jahrhundert soll der Komondor dann schließlich nach Ungarn gelangt sein. Erste Hinweise auf seine Bezeichnung als Ungarischer Hirtenhund stammen aus dem Jahr 1544.

Der Komondor, der nicht nur bei ungarischen, sondern auch bei türkischen und asiatischen Hirten als Hütehund zum Einsatz kam, wurde lange Zeit aufgrund seiner Zuverlässigkeit und Robustheit sehr geschätzt.

Seine Bedeutung als Hütehund verlor der Komondor erst, als Hirten und ihre Herden zunehmend seltener wurden. Stattdessen erfreute er sich eine Zeitlang bei europäischen Adligen großer Beliebtheit. So hielt sich unter anderem Kaiser Wilhelm II. einige Komondore.

Obwohl er sich gegenüber seiner Familie durchaus als anhänglich und liebenswürdig erweist, ist der Komondor mit etwa einem Dutzend neu registrierter Welpen jährlich zumindest in Deutschland sehr selten.

Beschreibung des Komondors

Der Komondor ist ein großer Hund. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von mindestens 70 Zentimetern sowie ein Gewicht von bis zu 60 Kilogramm. Weibliche Komondore werden mindestens 65 Zentimeter groß und bis zu 50 Kilogramm schwer.

Die Lebenserwartung des Komondors liegt bei 10 bis 13 Jahren. Gelegentlich können einzelne Exemplare allerdings auch deutlich älter werden. Zum Teil wird von Tieren berichtet, die sogar ein Alter von 17 Jahren erreicht haben.

Der Komondor hat einen robusten Körperbau mit schweren Knochen und einer gut ausgebildeten Muskulatur. Sein charakteristisches elfenbeinfarbenes Fell, das unter anderem auch seine Augen und Ohren bedeckt, trägt erheblich zu seinem imposanten Erscheinungsbild bei.

Die einzelnen Haare erreichen zwar eigentlich nur eine Länge von rund neun Zentimetern. Sie verbinden sich jedoch mit beim Fellwechsel ausgefallenen Haaren. Dadurch entstehen mit der Zeit die typischen Schnüre, die an manchen Körperstellen deutlich über 20 Zentimeter lang werden.

Bis das Fell des Komondors sein charakteristisches Aussehen erhält, dauert es allerdings bis zu vier Jahre.

Wesen des Komondors

Der Komondor ist ein zuverlässiger und wesensfester Hund. Er besitzt einen ausgeprägten Schutzinstinkt und ist falls nötig dazu bereit, seine Familie um jeden Preis zu verteidigen. Gegenüber Fremden verhält es sich zunächst misstrauisch und distanziert.

Darüber hinaus besitzt der Komondor ein ausgezeichnet Gedächtnis. Er gilt als ausgesprochen intelligent. Eine vorbehaltlose Unterordnung sollten Besitzer eines Komondors aufgrund seines eigenständigen Charakters jedoch nicht erwarten.

Mögliche Einsatzbereiche für den Komondor

Hinsichtlich seiner Haltung gilt der Komondor als ausgesprochen genügsam. Wer ihn als Familienhund halte möchte, sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass seine Erziehung mit Geduld und dem notwendigen Sachverstand erfolgen muss.

Sofern das gelingt und er als Welpe frühzeitig sozialisiert wird, erweist sich der Komondor als anhänglicher Familienhund, der trotz seines Starrsinns sehr friedfertig ist.

Der Bewegungsdrang des Komondors ist relativ gering. Obwohl er gerne Zeit im Freien verbringt, ist er mit normalen Spaziergängen in der Regel zufriedenzustellen.

Komondor Krankheiten

Beim Komondor handelt es sich um eine robuste Hunderasse, die bislang weitgehend von rassetypischen Krankheiten verschont geblieben ist.

Mit etwas Glück beschränken sich Tierarztbesuche mit dem Komondor daher auf reine Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen. Nichtsdestotrotz empfehlen wir Ihnen den Abschluss einer Hundekrankenversicherung, um im Falle einer Krankheit oder einer Verletzung auf der sicheren Seite zu sein.

Davon abgesehen sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass die Fellpflege beim Komondor sehr zeitaufwendig ist. Denn wird diese vernachlässigt, können die einzelnen Schnüre mit der Zeit zu einer großen, zusammenhängenden Matte verfilzen.

Bei älteren Tieren kann es zudem sinnvoll sein, das Fell etwas zu kürzen. Denn das Haarkleid macht bei einem ausgewachsenen Komondor rund ein Drittel des Gesamtgewichts aus, was mit zunehmendem Alter eine erhebliche Belastung für den Bewegungsapparat darstellen kann.

Der Komondor verträgt große Temperaturunterschiede

Dank seines langen Fells ist der Komondor sehr kälteresistenz. Selbst Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt können ihm nichts anhaben. Gleichzeitig schützt ihn sein Haarkleid im Sommer überraschend gut vor Überhitzung.

Sofern Sie Ihrem Komondor bei hohen Temperaturen einen schattigen Ruheplatz zur Verfügung stellen und ihn nicht mit übermäßigen körperlichen Anstrengungen strapazieren, besteht daher normalerweise auch im Sommer kein Grund zur Sorge um das Wohlbefinden des zotteligen Vierbeiners.