Mein Hund knurrt: Was soll ich machen?

Ihr Hund schnappt manchmal nach Ihnen oder bellt den Briefträger an. Jeder Hund macht sich ab und zu bemerkbar. Dennoch gibt es Hunde, die sehr viel knurren und Ihren Besitzern damit Angst einjagen. Warum Ihr Hund Sie anknurrt, erklären wir Ihnen in diesem Artikel. 

Warum knurrt ein Hund?

Die Antwort ist einfach: um zu zeigen, dass ihm etwas nicht gefällt. Es gilt als Warnung in unangenehmen Situationen. Das ist allerdings nicht immer der Fall. Es gibt auch eine Menge Hunde, die beim Spielen knurren. Auch ein knurrender Hund beim Spielen kann auch aufgeregt sein. Ein Hund knurrt doch nicht einfach so, oder?

„Ich warne dich ein letztes Mal!“

Ein Hund knurrt tatsächlich als Warnung. Stellen Sie sich einmal einen wütenden Lehrer vor, der damit droht, einen Schüler aus dem Klassenzimmer zu schicken. Er gibt oft eine letzte Warnung und Ihr Hund macht es ganz genauso! Nach diesem warnenden Knurren kommt bei einem Hund jedoch gleich der nächste Schritt: schnappen oder beißen. Mit einem knurrenden Hund sollte man sich also nicht anlegen. Wie sollten Sie sich also am besten verhalten, wenn Ihr Hund knurrt?

  • Verringern Sie die Bedrohung

Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Hund wohler fühlt, indem sie die unschöne Situation in eine positive Situation wandeln.

  • Treten Sie einen Schritt zurück

Manchmal sind Sie als Herrchen tatsächlich die Ursache für das Knurren. Machen Sie in diesem Fall einen Schritt zurück und sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund sieht, dass die Situation nicht mehr bedrohlich ist. Lassen Sie sich nicht dominieren! Wenn Ihr Hund knurrt und Sie aus Angst weglaufen, wird er in ihrer Familie nach und nach eine dominierende Stellung einnehmen.

  • Vergrößern Sie den Abstand

Ihr Hund empfindet die Distanz zwischen der „Gefahr“ und ihm selbst wahrscheinlich als unangenehm. Stellen Sie sicher, dass Sie diesen Abstand vergrößern.

  • Übung macht den Meister

Trainieren Sie Ihren Hund so, dass er sich in bestimmten Situationen widerstandsfähiger verhält. Wenn Ihr Hund dazu bereit ist, können Sie die Situation, in der Ihr Hund knurrt, nachahmen und Ihrem Hund deutlich machen, dass es sich um eine ganz normale Situation handelt. 

  • Bestrafen Sie ihn nicht

Bestrafen Sie niemals Ihren Hund, wenn er knurrt. Dadurch wird er sich nicht besser fühlen. Damit bringen Sie ihm nämlich bei, dass er keine Warnsignale von sich geben darf. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.  

Mein Hund knurrt aus Angst.

Natürlich gibt es auch vierbeinige Freunde, die in ängstlichen Situationen knurren, zum Beispiel wenn sie unter anderen Hunden sind. In solchen Situationen kommt es häufig vor, dass Ihr Hund fiept, wegläuft oder Schutz beim Besitzer sucht. Wenn Ihr Hund knurrt, sollten Sie dies einschränken oder ganz abgewöhnen. Wenn Ihr Hund fiept oder zu Ihnen kommt, können Sie ihn ermuntern. Passen Sie jedoch auf, dass Ihr Hund nicht denkt, dass er dabei bedauernswert sei, sondern dass das Richtige ist, zu seinem Herrchen zu kommen! Vielleicht macht Ihr Hund das dann bald lieber als zu knurren. 

Teambuilding

Was gibt es Schöneres als eine gute Beziehung zu Ihrem treuen Freund? Eine gute Beziehung kreiert auch mehr (Selbst-)Vertrauen. Arbeiten Sie deshalb an einer vertrauensvollen Bindung zu Ihrem Hund. Wenn Sie ihn mithilfe von Belohnungen trainieren, wird Ihr Hund merken, dass Sie derjenige sind, der nett zu ihm ist und dass er sich etwas verdienen kann, wenn er Ihnen zuhört. In unsicheren Situationen wird Ihr Hund Sie deshalb öfter anschauen und um Rat fragen. Achten Sie auf die Signale, die Ihr Hund in solchen Situationen gibt, denn es ist wichtig, dass Sie ihm dann auch tatsächlich Anweisungen geben. 

Knurren beim Spielen

Das Knurren beim Spielen lässt sich leicht von einem „echten“ Knurren unterschieden. Die übrige Körpersprache Ihres Lieblings ist dann nämlich anders als in einer unangenehmen Situation. Die Ohren flattern hin und her, die Beine tanzen durch den Raum und der Schwanz wackelt fröhlich von links nach rechts. Manchmal spielt Ihr Hund nicht mit Ihnen, sondern mit einem anderen Hund. Auch hierbei können Sie eventuell ein Knurren vernehmen. Schauen Sie, wie der nicht knurrende Hund reagiert, um abzuschätzen, ob die Situation aus dem Ruder läuft. Sollte das Knurren des knurrenden Hundes dominierend oder aggressiv werden, sollten Sie einzugreifen. 

Knurren am Fressnapf

Hunde sind von Natur aus daran gewöhnt, ihre Beute zu verteidigen. Das ist selbstverständlich nachzuvollziehen, aber in Ihrem Haus nicht erwünscht. Schließlich hat man überhaupt keine Lust auf eine Sauerei. Gewöhnen Sie Ihrem Hund dieses schlechte Verhalten ab. Ihr Hund knurrt zum Beispiel, wenn er frisst und Sie ihm seinen Fressnapf wegnehmen wollen oder auch nur in dessen Nähe kommen. Dieses Verhalten kann man ihm abgewöhnen, indem man es zu einer positiven Erfahrung macht. Wenn eine solche Situation eintritt, nehmen Sie ihm den Napf nicht weg. Geben Sie Ihrem Kläffer stattdessen ein paar Leckereien, wenn er nicht knurrt.

Keine Freunde

Es kann auch vorkommen, dass Ihr Hund andere Hunde anknurrt. Knurrende Hunde verstehen die Sprache des anderen natürlich sehr wohl;  dennoch sollten Sie dieses Verhalten unterbinden. Deshalb ist es wichtig, dass sich Ihr Hund so früh wie möglich an andere Hunde gewöhnen kann. Auf diese Weise sozialisieren Sie ihn und es wird von der Nachbarschaft aufgenommen. Achten Sie darauf, ob die anderen Hunde für Ihren Hund geeignet sind und ob es Ihrem Hund auch tatsächlich gefällt. Am besten ist es, Ihren jungen Hund mit ruhigen, ausgewachsenen Hunden zusammenzubringen. 

Manchmal ist es Ihr Kind

Für Kinder ist ein knurrender Hund manchmal sehr einschüchternd. Manche Hunde knurren nur Kinder an. Um dieses Fehlverhalten zu verhindern, handeln Sie genau wie beim Knurren auf andere Hunde. Lassen Sie Ihren Hund so früh wie möglich mit Kindern sozialisieren und machen Sie den Kindern klar, dass es sich um ein lebendes Tier und nicht um ein Spielzeug handelt. Manche Kinder sehen nicht, dass ein Hund aus Angst knurrt, wenn ihm der Sozialisierungsprozess zu viel wird. Gehen Sie diesen Prozess in kleinen Schritten an, und lassen Sie Ihren Welpen immer selbst entscheiden, inwieweit er an dieser Situation teilhaben möchte. 

Ärgerlich: mein Hund knurrt beim Streicheln

Oft sind Hunde, die beim Streicheln knurren, die Hunde, die von Ihrem Besitzer zu viel erlaubt bekommen. Natürlich gibt es eine Menge Hunde, die zum Beispiel auf der Couch sitzen können und dürfen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Hunde, die bei solchen Befugnissen ihre Vorherrschaft ergreifen und Sie anfahren oder knurren, wenn Sie versuchen, ihn liebevoll zu streicheln. Wenn Ihr Hund knurrt, wenn Sie ihn streicheln wollen, dann sorgen Sie dafür, dass Sie ihn so wenig wie möglich erschrecken und holen Sie Ihren Hund aus der Situation heraus. Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund (wenn er auf dem Sofa liegt) von der Stelle wegkommt, an der er Sie angeknurrt hat, und schaffen Sie eine neue, positive Situation. 

Hund knurrt und beißt seine Besitzer

Manche Situationen gehen über einen knurrenden Hund hinaus: ein beißender Hund. In diesem Fall ist die Lösung ähnlich wie bei knurrenden Hunden. Dennoch kann es sinnvoll sein, einen Verhaltenstherapeuten hinzuzuziehen. Es kann durchaus sein, dass Ihre Hundehaltung verbesserungswürdig ist oder dass mit Ihrem Hund etwas nicht stimmt. Einem Hund das Beißen abzugewöhnen ist möglich, aber es erfordert viel Energie vom Besitzer. 

Hund knurrt beim Wegnehmen von Knochen oder Spielzeug: Ist er zu gierig?

Nein, Ihr Hund knurrt nicht, weil er gierig ist. Das ist ein Zeichen von Dominanz. Auch in dieser Situation ist Ihre eigene Einstellung dort wichtig, und Sie müssen dafür sorgen, dass Sie genug Selbstvertrauen entwickeln, um Ihren Hund zu korrigieren. Wenn Sie Ihren Hund nicht korrigieren, wird er sich fühlen, als ob er die Oberhand hat und die Situation wird sich häufigen.