Portugiesischer Wasserhund

Portugiesischer Wasserhund
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Beim Portugiesischen Wasserhund handelt es sich um eine mittelgroße Hunderasse aus Portugal. In seiner Heimat trägt er den Namen Cão de Água Português.

Sein ursprünglicher Einsatzzweck bestand darin, Fischer bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Mittlerweile hat er sich jedoch zu einem beliebten Familienhund, der mit einem freundlichen und kinderlieben Wesen überzeugen kann, entwickelt.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • FCI: Gruppe 8, Sektion 3, Standard Nr. 37 (ohne Arbeitsprüfung)
  • Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre
  • Herkunft: Portugal
  • Größe: Rüden 50 – 57 cm / Hündinnen 43 – 52 cm
  • Gewicht: Rüden 19 – 25 kg / Hündinnen 16 – 22 kg
  • Farben: Schwarz, Weiß, Braun (einfarbig und mehrfarbig)
  • Charakter: eigenwillig, temperamentvoll, stolz, genügsam, kinderlieb, intelligent

Herkunft und Geschichte des Portugiesischen Wasserhundes

Erste Erwähnungen von “fischenden” Wasserhunden in Portugal finden sich bereits im Jahr 600 vor Christus. Der Portugiesische Wasserhund zählt somit zu den besonders alten Hunderassen, auch wenn sich sein Aussehen im Laufe der Jahrhunderte deutlich gewandelt haben dürfte.

Lange Zeit war der Portugiesische Wasserhund für Fischer ein unverzichtbarer Begleiter, der unter anderem dabei half, Fische in das Netz zu treiben und die Ausrüstung seines Besitzers zu bewachen. Beim Schwimmen kam ihm nicht zuletzt die Tatsache, dass er zwischen seinen Zehen über Zwischenzehenhäute verfügt, zugute.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts verlor der Portugiesische Wasserhund aufgrund der Modernisierung in der Fischerei jedoch zunehmend an Bedeutung. Zwischenzeitlich wäre er deshalb sogar fast vollständig verschwunden. Denn in den 70er Jahren gab es weltweit nur noch rund 50 registrierte Portugiesische Wasserhunde.

Mittlerweile hat sich das jedoch geändert. Zwar zählt der Portugiesische Wasserhund auch heute bei weitem nicht zu den Hunderassen mit den meisten Exemplaren. Allerdings erfreut er sich als Familienhund vor allem in den USA sehr großer Beliebtheit.

In Deutschland wurden beim VDH im Jahr 2017 immerhin 159 Welpen des Portugiesischen Wasserhundes registriert.

Beschreibung des Portugiesischen Wasserhundes

Der Portugiesische Wasserhund ist ein mittelgroßer Hund mit einem kräftigen Körperbau. Rüden erreichen bei einem Gewicht von 19 bis 25 Kilogramm eine Schulterhöhe von bis zu 57 Zentimetern, während Hündinnen bis zu 52 Zentimeter groß und 22 Kilo schwer werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung des Portugiesischen Wasserhundes bewegt sich zwischen 12 und 15 Jahren.

Das auffälligste Merkmal des Portugiesischen Wasserhundes ist sein dichtes und widerstandsfähiges Fell ohne Unterwolle, das je nach Varietät lang und gewellt oder etwas kürzer und gekräuselt sein kann. Laut Rassestandard darf das Fellkleid sowohl einfarbig als auch mehrfarbig sein.

Einfarbige Portugiesische Wasserhund sind meist schwarz, während braune oder weiße Tiere eher die Ausnahme darstellen. Mehrfarbige Exemplare sind entweder braun oder schwarz mit weiß, wobei der Anteil an weißem Fell ein Drittel nicht überschreiten sollte.

Um das Herz und die Lunge vor dem kalten Wasser zu schützen und gleichzeitig möglichst viel Beinfreiheit zu gewährleisten, wurde der Portugiesische Wasserhund früher vom Bauch abwärts geschoren. Auch heute ist das noch üblich und für die Teilnahme an Hundeausstellungen im Normalfall sogar vorgeschrieben.

Wesen des Portugiesischen Wasserhundes

Grundsätzlich erweist sich der Portugiesische Wasserhund als ausgezeichneter Familienhund, der sich gut in sein menschliches Rudel einfügt und mit Kindern problemlos zurechtkommt.

Allerdings neigen die überaus intelligenten und stolzen Vierbeiner dazu, recht eigensinnig zu sein. Gerade für ungeübte Hundehalter kann dieser Wesenszug des Portugiesischen Wasserhundes mitunter zur Herausforderung werden.

Hinsichtlich der Erziehung gilt es, das richtige Maß an liebevoller Konsequenz zu finden. Sofern das gelingt, ergeben sich im Alltag mit einem Portugiesischen Wasserhund normalerweise keine nennenswerten Probleme.

Mögliche Einsatzbereiche für den Portugiesischen Wasserhund

Der Portugiesische Wasserhund zählt ohne Zweifel zu jenen Rassen, die mit einem überdurchschnittlichen Temperament und einem hohen Bewegungsdrang ausgestattet sind. Wer sich für die Anschaffung eines Cão de Água Português entscheidet, sollte sich dieser Tatsache bewusst sein und im Idealfall selbst einen aktiven Lebensstil bevorzugen.

Neben gemeinsamem Joggen oder Fahrradfahren lassen sich Portugiesische Wasserhunde auch für diverse Hundesportarten, wie zum Beispiel Agility oder Mantrailing, begeistern. Alternativ ist auch eine Ausbildung zum Rettungshund möglich.

In den USA wird der Portugiesische Wasserhund zudem häufig als Therapiehund eingesetzt. Darüber hinaus zählt er zu jenen Rassen, die praktisch nicht haaren und die sich daher hervorragend für Menschen mit einer Tierhaarallergie eignen.

Portugiesischer Wasserhund Krankheiten

Normalerweise handelt es sich beim Portugiesischen Wasserhund um einen robusten Vierbeiner, der nur selten zu erblich bedingten Krankheiten neigt. Nichtsdestotrotz gibt es einige Erkrankungen, für die aufgrund seiner Erbanlagen eine gewisse Prädisposition besteht.

Dazu zählen Storage Disease, Juvenile Dilatative Kardiomyopathie und Progressive Retinaatrophie. Um das Risiko eines Auftretens dieser Krankheiten beim Portugiesischen Wasserhund zu minimieren, ist es ratsam, nur Tiere, bei denen entsprechende Gentests durchgeführt wurden, für die Zucht einzusetzen.

Um hohe Tierarztrechnungen im Krankheitsfall oder bei Verletzungen zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen außerdem, eine Hundekrankenversicherung für Ihren Portugiesischen Wasserhund abzuschließen.

Der Portugiesische Wasserhund als First Dog der USA

Der Umstand, dass Barack Obama während seiner Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten zwei Portugiesische Wasserhunde besaß, dürfte erheblich zur heutigen Beliebtheit der Rasse in den USA beigetragen haben.

Immerhin wurde der zwischenzeitlich fast ausgestorbene Portugiesische Wasserhund durch die erhöhte Medienpräsenz zumindest vorübergehend zu einem echten Modehund mit einer entsprechend hohen Nachfrage nach Welpen.