Samojede Hund

Samojede
@ Tran Mau Tri Tam / Pixabay

Der Samojede ist eine mittelgroße Hunderasse, deren Ursprünge in Russland, genauer gesagt in Sibirien, liegen. Er zählt zu den nordischen Schlittenhunden, was sich nicht nur in seinem äußeren Erscheinungsbild, sondern auch durch seine enorme Ausdauer bemerkbar macht.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • FCI: Gruppe 5, Sektion 1, Standard Nr. 212 (ohne Arbeitsprüfung)
  • Lebenserwartung: 12 bis 13 Jahre
  • Herkunft: Russland (Sibirien)
  • Größe: Rüden 54 – 60 cm / Hündinnen 50 – 56 cm
  • Gewicht: Rüden 20 – 30 kg / Hündinnen 17 – 25 kg
  • Farben: Weiß, Weiß und Beige, Cremefarben
  • Charakter: aufgeschlossen, lebhaft, freundlich, ausgeglichen, lauffreudig

Herkunft und Geschichte des Samojede

Der Samojede Hund zählt zu den ältesten Hunderassen überhaupt. Seine Vorfahren begleiteten die indigenen Völker Sibiriens bereits vor mehreren tausend Jahren. Sie dienten ihnen unter anderem zum Ziehen von Schlitten sowie als Jagdbegleiter und zum Bewachen ihrer Herden.

Die Bedeutung des Samojede war für ihre Besitzer früher so groß, dass sie sie sogar als heilige Hunde bezeichneten.

Nach Westeuropa gelangten die ersten Samojede Hunde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, sodass auch erst ab diesem Zeitpunkt mit der gezielten Zucht der Rasse begonnen wurde. Der erste allgemeine Rassestandard wurde im Jahr 1909 aufgestellt. Die Anerkennung durch die FCI erfolgte schließlich 1959.

Durch das verstärkte Augenmerk auf das äußere Erscheinungsbild hat der Samojede im Verlauf der letzten 100 Jahre einen großen Teil der Urtümlichkeit seiner sibirischen Vorfahren verloren. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei ihm nach wie vor um einen urwüchsigen Hund.

In Deutschland werden heute pro Jahr knapp 80 Welpen geboren. Für die Betreuung der Rasse ist bei uns der Deutsche Club für Nordische Hunde zuständig.

Beschreibung des Samojede

Die Lebenserwartung des Samojede liegt im Durchschnitt bei 12 bis 13 Jahren und damit in einem für Hunde seiner Größe normalen Rahmen.

Die ideale Widerristhöhe wird für Rüden mit 57 und für Hündinnen mit 53 Zentimetern angegeben, wobei der Rassestandard in beide Richtungen eine Abweichung von bis zu drei Zentimetern gestattet.

Das Gewicht von männlichen Exemplaren bewegt sich in einem Bereich von 20 bis 30 Kilo. Weibliche Tiere werden in der Regel 17 bis 25 Kilo schwer.

Der Körperbau des Samojede ist kompakt und dennoch geschmeidig. Sein allgemeines Erscheinungsbild soll Geschmeidigkeit, Kraft und Ausdauer vermitteln. Die hoch angesetzte Rute trägt der Samojede Hund häufig über den Rücken oder zur Seite gebogen. Sie soll möglichst nur in Ruhestellung herabhängen.

Ein charakteristisches Merkmal des Samojede ist der lächelnde Gesichtsausdruck, der durch die Kombination aus seiner Augenstellung und den nach oben gezogenen Lefzen erzeugt wird.

Das Fell der mittelgroßen Hunde ist besonders dick und üppig. Es besteht aus dichter Unterwolle als Kälteschutz sowie etwas längerem Deckhaar. Laut Rassestandard darf es entweder rein weiß, cremefarben oder weiß und beige sein.

Wesen des Samojede

Der Samojede ist ausgesprochen menschenbezogen. Er gilt als anhänglich und sanft, was ihn zu einem treuen Familienmitglied macht. Allerdings neigt er von Zeit zu Zeit dazu, seinen eigenen Kopf durchzusetzen. Als Halter sollten Sie von Ihrem Samojede daher keinen blinden Gehorsam oder Unterwürfigkeit erwarten.

Ein übermäßiger Schutztrieb ist bei dieser Rasse kaum noch vorhanden, weshalb sie sich nur bedingt für den Einsatz als Wachhund eignet. Das gilt laut Rassestandard auch für den Jagdtrieb. Von Zeit zu Zeit kann es jedoch durchaus passieren, dass dieser durchkommt, weshalb Halter vorbereitet sein sollten.

Mögliche Einsatzbereiche für den Samojede

Der Samojede zählt zu den klassischen Schlittenhunden. Dementsprechend besitzt er einen hohen Bewegungsdrang und eine enorme Ausdauer. Wer sich für die Haltung der arbeitsfreudigen Rasse entscheidet, sollte daher unbedingt für ausreichend Beschäftigung sorgen.

Davon abgesehen stellt die Haltung als Familienhund aber normalerweise kein Problem dar. Denn der Samojede ist ausgesprochen kinderlieb und kommt im Normalfall auch mit anderen Haustieren gut zurecht.

Mögliche sportliche Aktivitäten für den Samojede beschränken sich nicht nur auf Schlittenhunderennen, für die ohnehin meist Huskys oder Malamutes bevorzugt werden.

Denn alternativ sind auch andere Zughundesportarten, wie zum Beispiel Dogscooting, eine gute Beschäftigungsmöglichkeit, bei der sich der Samojede auspowern kann. Darüber hinaus bietet sich außerdem eine Ausbildung zum Rettungshund an.

Samojede Krankheiten

Die Vorfahren des Samojede Hundes waren sehr robuste und widerstandsfähige Tiere. Das trifft zwar teilweise auch heute noch zu. Allerdings haben sich im Verlauf der gezielten Zucht verschiedene Erbkrankheiten herausgebildet, für die beim Samojede heute ein erhöhtes Risiko besteht.

Insbesondere können folgende rassetypische Erkrankungen auftreten:
  • Diabetes
  • Genetisch bedingte Nierenentzündungen
  • Progressive Retinaatrophie
  • Verkürzte Gliedmaßen in Kombination mit Fehlbildungen der Augen
  • Pulmonalstenose (Herzrhythmusstörungen und Kurzatmigkeit)
Wer sich vor hohen Tierarztkosten schützen möchte, sollte für seinen Samojede nach Möglichkeit frühzeitig eine Hundekrankenversicherung abschließen.

Das Fell des Samojede benötigt überraschend wenig Pflege

In Anbetracht des üppigen Haarkleids liegt der Gedanke nahe, dass das Fell des Samojede jeden Tag ausgiebig gebürstet und gepflegt werden muss. In der Praxis erweist sich das jedoch als Irrglaube.

Denn die Fellpflege gestaltet beim Samojede recht unkompliziert. Zudem verliert er außerhalb des Fellwechsels überraschend wenige Haare, was den Reinigungsaufwand in den eigenen vier Wänden in Grenzen hält.