Tierkrankheiten A

Abszess (Hund, Katze, Kaninchen):

Als Abszess oder Eiterbeule wird ein mit Eiter gefüllter Hohlraum bezeichnet. Abszesse entstehen entweder im tast- und sichtbaren lockeren Unterhautbindegewebe oder in tiefer liegenden Gewebeschichten, dann sind sie mit dem bloßen Auge nicht erkennbar.

Bei Hund und Katze entstehen Abszesse meist aufgrund von Bissen bei Rivalenkämpfen an Beinen, Schwanzwurzel oder am Kopf. Beim Kaninchen ebenfalls aufgrund von Rivalenkämpfen, meist aber durch kleinere Verletzungen beim Spielen. Leitsymptome sind eine Schwellung und Wärme, teilweise auch behandlungsbedürftiges Fieber. Die operative Behandlung sollte in der Regel erst dann erfolgen, wenn der Abszess gereift ist, da er sich leichter eröffnen lässt.

 

Acanthosis nigricans (Hund):

Bei der Acanthosis nigricans handelt es sich um eine erbliche Erkrankung, von der vorwiegend Dackel betroffen sind. Symptomatisch ist eine Hyperpigmentierung, d.h. übermäßige Dunkelfärbung, der Haupt, die meist in der Achselregion beginnt. Weitere Symptome sind Haarausfall sowie eine starke Verhornung der Haut. Zudem treten häufig schlecht heilende Infektionen der Haut auf. In der Regel betreffen die Veränderungen beide Körperseiten zu gleichen Teilen und beginnen meist im ersten Lebensjahr. Die gängige therapeutische Mehode ist die Gabe von Kortison.

 

Adenome (Hund, Katze):

Bei einem Adenom handelt es sich um eine Geschwulst des Drüsengewebes oder der Schleimhaut, die grundsätzlich jedes Organ betreffen kann. Adenome sind meist gutartig und wachsen in der Regel Adenome langsam und eine Bildung von Metastasen bleibt aus. Bei Hunden sind Analadenome, d.h. Adenome im Bereich des Anus, besonders häufig. Da Adenome vor allem bei älteren und nicht kastrierten Rüden auftreten, geht die Forschung davon aus, dass die Ursache hormoneller Natur ist. Die bis dato effektivste Therapie ist eine Kastration. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit besteht in einer operativen Entfernung der Geschwulste, allerdings bilden diese sich oftmals erneut. Bei Katzen treten meist sogenannte Fibroadenome, d.h. gutartige Brusttumoren, auf. Auch hier wird davon ausgegangen, dass eine hormonelle Dysregulation die Ursache der sogenannten Felinen Fibroadenomatose ist.

 

Akne (Katze):

Die mildeste Form einer eitrigen Hautentzündung bei Katzen ist Akne. Meist bilden sich sogenannte Akne-Pickel bei Katzen im Kinnbereich, da sich dort zahlreiche Tagdrüsen – die für die Geruchsmarkierung verantwortlich sind – befinden. Diese Drüsen können verstopfen und sich schließlich entzünden. Identifiziert werden können diese verstopften Talgdrüsen leicht, denn sie ähneln den Mitessern beim Menschen, sind also kleine schwarze Punkte. In der Regel ist eine Behandlung nicht notwendig. Sollte es zu einer schwereren Entzündung kommen, kann jedoch eine systemische Antibiose notwendig sein.

 

Analdrüsenentzündung (Hund, Katze):

Sowohl Hunde als auch Katzen weisen die anatomische Besonderheit der Analbeutel, die links und rechts vom After gelegen sind, auf. Bei diesen handelt es sich um kleine Säckchen, in denen ein in den Analdrüsen gebildetes Sekret gespeichert wird. Die Ausführungsgänge der Analbeutel münden nur einige Millimeter neben der Afteröffnung selbst. Setzen die Tiere Kot ab, kommt es aufgrund der veränderten Druckverhältnisse im Darm zur Absonderung einer geringen Menge dieses Sekrets. Hat ein Tier sehr weichen Kot, eine verklebte Analregion oder Durchfall, kann eine mangelhafte Entleerung oder Verstopfung der Analbeutel die Folge sein und es entwickelt sich eine sogenannte Analbeutelschoppung, denn die Drüsen produzieren unvermindert Sekret, welches nicht ausreichend ablaufen kann. Wandern von außen nun Bakterien in die Analbeutel ein, entsteht eine Analbeutelentzündung, deren Leitsymptom das sogenannte Schlittenfahren ist, d.h. die Katze oder der Hund rutscht auf dem Boden mit dem Anus hin und her. Je nach Grad der Entzündung kann die Therapie von manueller Analbeutelentleerung über medikamentöse Behandlung bis hin zur operativen Entfernung der Analbeutel reichen.

 

Analtumore (Hund):

Bei einem Analtumor kommt es zum übermäßigen Wachstum der Drüsenzellen im Bereich des Anus, d.h. genauer um die Afterrosette. Diese Erkrankung tritt vorwiegend bei älteren Rüden auf und geht mit mehreren bis zu erbsengroßen Knoten einher. Dabei weisen die oberflächlichen Tumore meist eine starke Blutungstendenz auf. Die Ursache von Analtumoren liegt vermutlich in einer Desregulierung der männlichen Geschlechtshormone. Die Leitsymptome sind Schwellungen, Blutungen und das sogenannte Schlittenfahren. Die gängige Therapie dieser Erkrankung besteht in der chirurgischen Entfernung der Tumore.

 

Anaplasmose (Hund):

Die weltweit vorkommende Infektionskrankheit Anaplasmose wird in Europa vorrangig durch die beiden Bakterien Anaplasma phagocytophilum und Anaplasma platys verursacht und auf den Hund durch Zecken beispielsweise den Holzbock übertragen. Im Körper des Hundes verbreiten sich die Bakterien über die Lymphflüssigkeit und das Blut, befallen die weißen Blutkörperchen des körpereigenen Abwehrsystems und zerstören sie. Folge ist eine in ihrer Gesamtheit geschwächte Immunabwehr. Darüber hinaus lösen diese Bakterien Entzündungen verschiedener Organe wie beispielsweise der Nieren, Leber, Lunge sowie des Herzens aus und stören die Blutgerinnung, wodurch eine Blutarmut auftreten kann. Die Leitsymptome sind allgemeine Schwäche und Fieber. Zur Therapie der Anaplasmose werden über mehrere Wochen Antibiotika teils sogar intravenös verabreicht. Des Weiteren ist eine Behandlung der jeweiligen Symptome möglich.

 

Angeborene Herzerkrankungen (Hund):

Beim Hund können verschiedene kongenitale Herzfehler wie beispielsweise Klappendysplasie, Aortenstenose oder eine Insuffizienz der Atriumventrikularklappen etc. auftreten. Statistisch sind etwa 20 Prozent der Herzerkrankungen bei Hunden angeboren und werden durch Entwicklungsstörungen im Mutterleib hervorgerufen. Bei schweren Missbildungen sind folgende Leitsymptome charakteristisch: Atemnot, Husten, verminderte Leistungsfähigkeit, verzögertes Wachstum, erhöhtes Schlafbedürfnis sowie plötzliche Todesfälle im Welpenalter. Die Therapiemöglichkeiten reichen je nach Schwere der Erkrankung von medikamentöser Behandlung (beispielsweise ACE-Hemmer, Diuretika etc.) bis hin zu operativen Eingriffen (beispielsweise minimalinvasive Eingriffe oder Operationen am offenen Herzen). Die Prognose ist im Allgemeinen sehr unterschiedlich und richtet sich sowohl nach Schwere als auch nach Art der Erkrankung.

 

Arthritis (Hund, Katze):

Theoretisch kann eine entzündliche Gelenkerkrankung an jedem Gelenk des Körpers auftreten. Am häufigsten sind allerdings die Gelenke der Gliedmaßen betroffen. Akute Arthritiden können sowohl septisch, d.h. infektiös, als auch aseptisch, d.h. nicht-infektiös, bedingt sein und entstehen durch das Eindringen von Bakterien in ein Gelenk. Bei infektiöser Arthritis kann dies einerseits von außen beispielsweise durch Verletzungen, Bisse etc. oder andererseits von innen beispielsweise einhergehend mit schwereren Allgemeinerkrankungen wie Leishmaniose oder Borreliose etc. geschehen. Eine nicht-infektiöser Arthritis wird entweder durch eine Reaktion des körpereigenen Immunsystems, d.h. immunbedingte Arthritis oder durch einen Unfall, d.h. traumatische Arthritis, hervorgerufen. Das Leitsymptom ist Lahmheit und die Therapie reicht von Medikamenten über physiotherapeutische Maßnahmen bis hin zu Amputation einzelner Gliedmaßen.

 

Arthrose (Hund, Katze):

Bei einer Arthrose handelt es sich um eine chronische, degenerative Gelenkveränderung, die mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen des betroffenen Gelenks einhergeht. Im Allgemeinen ist das Gelenk – anders als bei einer Arthritis – nicht entzündet und betroffen kann neben den Gliedmaßen auch die Wirbelsäule sein. Risikofaktoren für das Entstehen einer Arthrose sind:

  • Übergewicht
  • orthopädische Erkrankungen
  • Überbeanspruchung
  • Systemische Erkrankungen
  • Verletzungen und Knochenbrüche
  • Infektionen (beispielsweise eine Arthritis)

Die Leitsymptome sind Bewegungsunlust sowie Lahmheit und die Therapiemöglichkeiten reichen von Medikamenten, über Bestrahlung bis hin zu chirurgischen Maßnahmen wie beispielsweise dem Einsetzen von Implantaten.

 

Aspirationspneumonie (Katze):

Bei dieser Erkrankung – auch als Verschluckpneumonie bezeichnet – handelt es sich um eine besondere Form der Lungenentzündung. Ausgelöst wird die Verschluckpneumonie durch Futterbestandteile, die in die Lunge gelangt sind. Erbricht eine Katze beispielsweise während einer Narkose und atmet die Futterreste anschließend ein, entsteht eine Aspirationspneumonie. Zur Vorbeugung sollten Katzen vor einem chirurgischen Eingriff unter Vollnarkose 12 Stunden kein Futter erhalten.

 

 

Asthma (Katze):

Eine entzündliche, chronische Erkrankung der unteren Atemwege bei Katzen bezeichnet man als Felines Asthma. Analog zum Asthma beim Menschen ist auch Felines Asthma ein allergisches Geschehen, d.h., es existieren sogenannte Allergene, die beim Atmen aufgenommen werden, auf die das Tier allergisch reagiert. Mögliche Allergene sind:

  • stark staubendes Katzenstreu
  • Zigarettenrauch
  • Parfums oder Deodorants sowie Raumsprays
  • Pollen
  • etc.

Die Leitsymptome sind Atemnot und Husten; Katzen mit einem akuten Asthmaanfall bedürfen tierärztlicher Hilfe und benötigen meist Kortison und Sauerstoff. Behandlungsmöglichkeiten von chronischem Asthma bestehen in der Gabe von Kortison, Schleimlösern und Bronchodilatatoren.

 

Aszites:

Bei Aszites – auch als Bauchwassersucht bezeichnet – befindet sich freie Flüssigkeit in der Bauchhöhle des Tieres. Differenziert wird diese Erkrankung nach der Absonderung der Flüssigkeit, d.h. handelt es sich um eine entzündliche oder eine nichtentzündliche Flüssigkeit im Bauchraum. Die Ursachen hierfür können verschiedener Natur sein, so dass die Erkrankung als Folge einer Bauchfellentzündung, eines Bauchorgans oder aber aufgrund einer Komplikation einer anderen Krankheit oder Begleiterscheinung einer chronischen Organerkrankung entstehen kann. Therapeutische Maßnahmen müssen auf die Heilung der einer Bauchwassersucht zugrunde liegenden Erkrankung abzielen, so dass in der Regel eine genaue Untersuchung des Blutes sowie aller Körperfunktionen notwendig ist.

 

 

Atopische Dermatitis (Hund, Katze):

Bei einer Atopie handelt es sich um eine juckende, entzündliche sowie allergische Hauterkrankung, die durch mehrmaligen Kontakt mit Allergenen wie beispielsweise Pollen, Pilzsporen oder Hausstaubmilben hervorgerufen wird. Das Leitsymptom einer allergischen Reaktion ist starker Juckreiz. Grundsätzlich ist eine Allergie nicht heilbar, aber durch therapeutische Maßnahmen kontrollierbar. Allgemein existieren vier unterschiedliche Therapieansätze:

  • Vermeiden des Kontakts mit dem Allergen
  • Hypo- bzw. Desensibilisierung
  • medikamentöse Therapie durch Kortison, Antihistaminika oder Immunsuppressiva
  • Unterstützen der Hautfunktionen durch Zuführen essentieller Fettsäuren

 

Augennotfälle (Hund):

Hat ein Hund eine Augenverletzung, hervorgerufen beispielsweise durch Gewalteinwirkung oder einen Fremdkörper im Auge etc., handelt es sich um eine Notfallsituation. Prinzipiell gilt dann: Schnellstmöglich einen Tierarzt konsultieren, denn alle Augenverletzungen müssen professionell behandelt werden. Steckt ein Fremdkörper im Auge, darf dieser keinesfalls entfernt werden. Bis zum Erreichen der Tierarztpraxis sollte das verletzte Auge beispielsweise mit einem feuchten Lappen (der keinesfalls fusseln darf) kühl gehalten werden.

 

Aujeszkysche Krankheit (Hund, Katze).

Bei Morbus Aujeszky handelt es sich eigentlich um eine Virusinfektion von Schweinen. Der Erreger der Aujeszkyschen Krankheit (AK) zählt zu den Herpes-Viren. Sowohl Katzen als auch Hunde infizieren sich entweder durch das Füttern von rohem Schweinefleisch oder durch direkten Kontakt mit Schweinen. Dabei ist – nach heutigem Stand der Wissenschaft – lediglich eine Übertragung von Schwein zu Hund oder Schwein zu Katze, nicht aber von Katze zu Katze oder Hund zu Hund möglich. Die Leitsymptome dieser Erkrankung sind starker Juckreiz und Unruhe, wobei die Gesamtsymptomatik derjenigen der Tollwut ähnelt. Bei Hund und Katze tritt nach Auftreten der ersten Symptome bereits nach 12 bis 48 Stunden der Tod ein.

Grundsätzlich handelt es sich bei AK um eine beim Veterinäramt anzeigepflichtige Krankheit, denn nur dann können mögliche Seuchenausbrüche verhindert werden.

 

Autoimmunerkrankungen der Haut (Hund):

Bei einer Autoimmunerkrankung der Haut liegt – wie bei allen Autoimmunerkrankungen – eine Abstoßungsreaktion des körpereigenen Immunsystems beim Hund vor. In deren Folge erkennt das Abwehrsystem das körpereigene Gewebe nicht, vielmehr stößt es dieses als körperfremden Bestandteil ab und bildet Antikörper gegen es. Die Leitsymptome einer Autoimmunerkrankung der Haut sind Blasen- oder Krustenbildung sowie Hautveränderungen verschiedener Art. Zwar ist grundsätzlich eine Heilung nicht möglich, allerdings können Autoimmunerkrankungen mit Immunsuppressiva wie beispielsweise Kortison behandelt werden. Meist besteht neben der Autoimmunerkrankung auch eine bakterielle Sekundärinfektion, zu deren Therapie Antibiotika verabreicht werden.

 

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