Tierkrankheiten B

Babesiose (Hund):

Bei Babesiose – umgangssprachlich auch als Hundemalaria bezeichnet – handelt es sich um eine weltweit vorkommende Infektionskrankheit, die durch einen Blutparasiten (Babesia canis) verursacht wird. Auf den Hund wird die Erkrankung durch Zecken (Auwaldzecke, Braune Hundezecke) beim Saugakt übertragen. Im Hundekörper befallen die Babesien dann die roten Blutkörperchen. Bei der Vermehrung der Babesien in den roten Blutzellen kommt es zur massenhaften Zerstörung derselben. Die Folgen sind Blutarmut sowie eine Störung der Durchblutung unterschiedlicher Organe sowie der Blutgerinnung. Die Leitsymptome einer Babesiose sind blutiger Urin, Fieber und allgemeine Schwäche. Bis dato ist in Deutschland zur Therapie kein Präparat zugelassen; allerdings sind in angrenzenden europäischen Ländern wie beispielsweise der Schweiz und Frankreich entsprechende Medikamente erhältlich und online oder über eine Apotheke zu bestellen. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt, kann sie einen tödlichen Verlauf nehmen.

 

Bandscheibenvorfall (Hund):

Grundsätzlich besteht die Wirbelsäule eines Hundes aus fünf Abschnitten: der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule sowie dem Kreuzbein und den Schwanzwirbeln. Jeder Abschnitt der Wirbelsäule besteht aus einzelnen Wirbeln, welche wiederum aus dem Wirbelkörper und den Wirbelfortsätzen zusammengesetzt sind. Damit eine reibungslose Bewegung der Wirbelsäule gewährleistet wird, liegen zwischen den einzelnen Wirbeln die Bandscheiben bzw. Zwischenwirbelscheiben und fungieren wie Stoßdämpfer in einem Auto. Jede einzelne Bandscheibe besteht aus einem inneren, gallertartigen Kern und wird von einem außen liegenden Faserring umgeben. Weist dieser Faserring nicht mehr die nötige Stabilität auf, spricht man von einem Bandscheibenvorfall. Die Leitsymptome sind – wie beim Menschen auch – Rückenschmerzen. Bei der Therapie von Bandscheibenvorfällen wird fachlich korrekt zwischen der konservativen und der chirurgischen Therapie differenziert. Je früher eine der beiden Therapieformen eingeleitet wird, umso erfolgsversprechender ist sie im Allgemeinen.

 

Bauchspeicheldrüsenunterfunktion (Hund, Katze):

Haben Hund oder Katze eine Bauchspeicheldrüsenunterfunktion (exokrine Pankreasinsuffizienz), kommt es zu einem Mangel an Verdauungssäften. In dessen Folge werden Nahrungskomponenten nicht mehr hinlänglich aufgespalten, weshalb sie auch nicht mehr über den Darm ins Blut transportiert und von diesem aufgenommen werden können. Hieraus resultiert letztlich eine Nährstoffunterversorgung des Tieres. Die Leitsymptome dieser Erkrankung sind einerseits gesteigerter Appetit, der jedoch andererseits mit einer kontinuierlichen Abmagerung des Tieres einhergeht. Die Therapie bei Hunden und Katzen mit einer Bauchspeicheldrüsenunterfunktion unterscheidet sich nicht, beide müssen lebenslang mit einem Ersatz der Pankreasenzyme versorgt werden; dies ist allerdings durch Spezialfutter oder Kapseln problemlos möglich.

 

Bauchspeicheldrüsenentzündung (Hund, Katze):

Bei einer Pankreatitis beginnt die Bauchspeicheldrüse sich selbst zu verdauen, d.h. die Aktivierung der entsprechenden Verdauungsenzyme erfolgt nicht erst im Darm, sondern bereits vorher im Drüsengewebe, wodurch eine Entzündung hervorgerufen wird. Problematisch gestaltet sich dies, wenn Botenstoffe und Verdauungsenzyme in den Blutkreislauf des Tieres gelangen und die Entzündung anderer Organe verursachen. Folgen können ein Schock sowie ein Multiorganversagen sein. Die Leitsymptome einer Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund sind Durchfall und Erbrechen. Bei Katzen ist die Symptomatik weniger spezifisch, so dass eine Diagnose erschwert wird. Meist sind Katzen teilnahmslos, leiden an Appetitlosigkeit und sind dehydriert. Die Therapie variiert nach der Schwere der Erkrankung und reicht von medikamentöser Behandlung beispielsweise mit Kortison und Schmerzmitteln bis hin zu einer künstlichen Ernährung des Tieres durch Infusionen.

 

Bindehautentzündung (Hund, Katze, Kaninchen):

Bei einer Bindehautentzündung sind die als Konjunktiven bezeichneten Schleimhäute, die das Innere der Augenlieder auskleiden, betroffen. Die Leitsymptome sind ein gerötetes Auge sowie Augenfluss. Die Erkrankung tritt entweder ein- oder beidseitig auf, wobei bei einer bakteriellen Beteiligung oft ein eitriges Sekret austritt. In der Regel wird eine reine Bindehautentzündung mit antiviralen oder antibakteriellen Tropfen oder Salben behandelt, wobei die Therapie lokal erfolgt. Grundsätzlich sollte das Auge bei einer Bindehautentzündung niemals mit Kamille abgetupft oder gar ausgewaschen werden, denn Kamille besitzt mikroskopisch kleine Härchen, durch die das Auge nur noch stärker gereizt wird.

 

Blutarmut (Katze):

Bei Blutarmut, auch als Feline Infektiöse Anämie bezeichnet, handelt es sich um eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit. Dabei befallen Bakterien (hämotrope Mykoplasmen) die roten Blutzellen der Katze. Meist verläuft eine Infektion bei gesunden Katzen harmlos und ohne weitere klinische Symptomatik. Handelt es sich jedoch um ein geschwächtes Tier, kann eine chronische oder akute Blutarmut hervorgerufen werden. Eine Therapie erfolgt meist durch die Gabe von Antibiotika, wobei die Behandlung mindestens über zwei Wochen erfolgen sollte. Je nach Schwere der Anämie kann eine Bluttransfusion erforderlich werden.

 

Bluthochdruck (Hund, Katze):

Zwar wurde bis dato angenommen, dass Bluthochdruck bzw. Hypertonie als Ursache von Krankheiten bei Haustieren keine Bedeutung hat, diese These ist inzwischen jedoch widerlegt. Vielmehr ist klar, dass bei Katzen Bluthochdruck infolge von Herz- oder Nierenerkrankungen entstehen kann. Bis jetzt wurden schwerwiegende Folgen wie beispielsweise eine Arteriosklerose wie beim Menschen bei Tieren jedoch nicht beobachtet. Bei Katzen ist Bluthochdruck meist eine Begleiterscheinung von Nieren- oder Herzkrankheiten, so dass er bei Verdacht auf eine dieser Erkrankungen routinemäßig geprüft wird. Symptomatisch kann Bluthochdruck mit einem „roten Auge“ bzw. Spontanblutungen ins Auge oder Blutungen ins Gehirn einhergehen. Analog zu einem Schlaganfall beim Menschen, tritt diese Symptomatik mit Wesensveränderungen, Gangstörungen oder Kreisbewegungen auf. Die Therapie erfolgt mithilfe blutdrucksenkender Medikamente; je schneller diese verabreicht werden, desto geringer können bleibende Schädigungen gehalten werden.

 

Blutohr (Hund, Katze):

Bei einem Othämatom befindet sich ein Bluterguss zwischen der Haut und dem Ohrknorpel, manchmal auch an der Innenseite der Ohrmuschel. Verursacht wird ein solches Hämatom meist durch einen Fremdkörper im Ohr oder eine Ohrenentzündung. Das Leitsymptom ist eine Schwellung am Ohr, wobei Hunde und Katzen durch Kratzen, Reiben und Kopfschütteln meist zusätzlich kleinere Blutgefäße verletzen, wodurch es letztlich zu den Einblutungen kommt. Als Ursache werden derzeit in der Forschung auch hormonelle Ursachen diskutiert. Ein Blutohr kann bei Hunden entweder konservativ, d.h. Absaugen des Blutes mit einer Spritze, Druckverband und Medikamente, oder chirurgisch therapiert werden. Bei Katzen ist eine konservative Behandlung in der Regel nicht möglich, so dass stets ein operativer Eingriff vorgenommen und eine zusätzliche medikamentöse Therapie erfolgen muss.

 

Borreliose (Hund):

Borreliose ist eine durch Zecken (Gemeiner Holzbock) übertragene bakterielle (Borrelia burgdorferi) Infektionskrankheit. Zunächst gelangen die Borrelien in den Darm des Hundes und vermehren sich dort durch die steigende Körpertemperatur. Das Leitsymptom einer Borreliose ist Lahmheit und die Therapie erfolgt durch Gabe von Antibiotika, die mindestens 30 Tage verabreicht werden müssen. Zwar kann durch die Behandlung die Symptomatik gelindert werden, da aber meist nicht alle Bakterien beseitigt werden und sich teilweise in bestimmten Körperzellen (Hautzellen, Gelenkkapseln) verstecken, ist mit wiederholten Ausbrüchen der Krankheit zu rechnen. Zur Vorbeugung empfiehlt sich entweder das Tragen eines Zeckenhalsbandes oder die Verwendung sogenannter Spot-On-Präparate durch die ein Zeckenbefall meist verhindert wird.

 

Botulismus (Hund):

Als Botulismus bezeichnet man eine Futtervergiftung, die durch das Gift eines Bakteriums (Clostridim botulinum) verursacht wird. Diese Erkrankung ist relativ selten und bricht nur dann aus, wenn der Hund in der warmen Jahreszeit einen Tierkadaver bzw. Aas verzehrt, in dem sich die Bakterien stark vermehren konnten. Das Leitsymptom sind Lähmungserscheinungen, die durch ein in den Tierkadavern gebildetes starkes Nervengift, das sogenannte Botulinustoxin, verursacht werden. Eine Therapie sollte schnellstmöglich erfolgen und besteht in der Gabe von Medikamenten sowie Einläufen, um das Toxin zu binden und schnellstmöglich aus dem Körper zu leiten. Ohne Behandlung führt diese Erkrankung bedingt durch eine Atemlähmung zum Tod.

 

Bronchitis (Hund, Katze):

Um eine Bronchitis handelt es sich, wenn die Luftwege (Bronchien) des Tieres in der Lunge entzündet sind. Da oftmals auch die Luftröhre (Trachea) betroffen ist, wird auch von einer Tracheobronchitis gesprochen. Verursacht wird eine Bronchitis entweder durch Viren oder Bakterien, die durch Körperflüssigkeiten (Nasensekret und Speichel) von einem infizierten Tier übertragen werden. Das Leitsymptom ist starker Husten meist mit röchelnden bzw. pfeifenden Nebengeräuschen. In der Regel erfolgt die Therapie durch die Gabe von Antibiotika, Kortison sowie Hustenstillern.

 

Bronzekrankheit (Hund):

Bei der Bronzekrankheit handelt es sich um eine erbliche Erkrankung, die zur Verfärbung des Fells führt. Die Bronzekrankheit tritt meist bei Dalmatinern auf und wird durch eine Stoffwechselstörung verursacht, die bei der Fleischverdauung auftritt. Die Symptomatik besteht in einer bräunlich-gelben Verfärbung des Felles, Haarausfall und Juckreiz. Da die Tiere meist beginnen sich zu kratzen, entstehen nässelnde Entzündungen und in deren Folge kommt es häufig zu einer Krustenbildung. Zur Therapie reicht es meist aus, fleischloses bzw. fleischarmes Futter zu geben.

 

Bulbusprolaps (Hund, Katze, Kaninchen):

Um einen Bulbusprolaps handelt es sich, wenn das Auge (Bulbus) aus der Augenhöhle heraustritt, so dass die Augenlider hinter dem Bulbus eingeklemmt werden und kein Lidschluss mehr vollzogen werden kann. Besonders gefährdet sind brachyzephale Hunderassen wie der Pekinese, Shih Tzu der Mops, da sie über eine flache Augenhöhle und eine große Lidspalte verfügen und der Bulbus nahezu ungeschützt ist. Symptomatisch geht ein Bulbusprolaps meist mit stark geröteter und geschwollener Bindehaut einher, wobei die Lidränder nicht mehr sichtbar sind. Bei dieser Erkrankung handelt es sich stets um einen Notfall, d.h. je früher das Auge behandelt wird, desto besser ist die Prognose. Dabei hängt es von der Schwere des Traumas ab, ab das Auge erhalten werden kann, eine Erblindung erfolgt oder das Sehvermögen wiedererlangt wird. Im Zuge der Behandlung wird das Auge reponiert, wobei die Augenlieder vorübergehend – in der Regel, bis die Schwellung zurückgegangen ist – zugenäht werden.

 

Berechne deinen Beitrag

Umfassende Deckung Freie Tierarztwahl
Kein Kündigungsrecht für den Versicherer im Schadensfall Schnelle Schadenbearbeitung

Petplan

Petplan ist ein Handelsname der Tiergarant Versicherungsdienst GmbH und bevollmächtigter Assekuradeur der UVM Verzekeringsmaatschappij N.V. in Hogeveen in den Niederlanden.

Tiergarant Versicherungsdienst GmbH Postfach 1462 - 31512 Wunstorf