Tierkrankheiten G

Gallengangskokzidose (Kaninchen)

Bei Kokzidien handelt es sich um einzellige Parasiten, die im Darm von Kaninchen Parasitieren. Grundsätzlich gibt es neun zu differenzierende Kokzidien-Arten beim Kaninchen, wobei die Kokzidien-Art „Eimeria stiedai“ sich in der Leber, genauer in den Gallengängen selbiger, ansiedelt und der Verursacher der sogenannten Gallengangskokzidose ist.

Die Ansteckung mit Kokzidien erfolgt durch die Aufnahme von Oozysten entweder durch Belecken befallener Gegenstände oder die Nahrung, sodass die Oozysten in den Dünndarm wandern. Im Dünndarm enzystieren die Oozysten zu Sporozoiten und gelangen über die Lymphbahnen in die Leber des Kaninchens. Dort findet in den Zellen der Gallengänge schließlich eine starke (ungeschlechtliche) Vermehrung statt, wobei die befallenen Zellen zerstört werden. Die Folge sind Entzündungen und Vernarbungen, wodurch die Wände der Gallengänge dicker werden und der Durchfluss vermindert wird. Hieraus resultiert letztlich eine markante Einschränkung der Leberfunktion.

Kaninchen können sich infizieren, über eine direkte orale Aufnahme infektiöser Oozysten über das Futter, bei der Fellpflege oder der Einstreu. Zwar befallen Kokzidien zahlreiche Tierarten, dennoch sind sie äußerst wirtsspezifisch.

Das Leitsymptom einer Gallengangskokzidose ist Fressunlust, die mit einer deutlichen Abmagerung des Tieres einhergeht. Zur Therapie existieren diverse Medikamente, es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass eventuell vorhandene Partnertiere ebenfalls therapiert werden, und zwar auch dann, wenn noch keine Symptome vorhanden sind. Gegebenenfalls muss eine Zwangsfütterung durchgeführt werden. Grundsätzlich ist die Prognose gut, allerdings nur dann, wenn noch keine schwerwiegenden Leberschäden bzw. Veränderungen des Lebergewebes vorliegen.

 

Gastritis (Hund)

Bei Gastritis – auch als Magenschleimhautentzündung bekannt – wird zwischen chronischer und akuter Erkrankung differenziert. Die akute Gastritis kann zahlreiche Ursachen haben:

  • Stress
  • schwere Organ- oder Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Leptospirose oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • ein verschluckter Fremdkörper
  • Medikamente
  • Magen-Darm-Parasiten
  • Futtermittelallergien und verdorbenes Futter
  • Giftpflanzen
  • Tumoren
  • Chemikalien

Die Ursachen chronischer Magenschleimhautentzündungen sind oftmals unklar, allerdings können chronische Gastritiden auch von Parasiten hervorgerufen werden.

Das Leitsymptom ist Erbrechen, wobei die Symptome ebenso zahlreich sind, wie die Ursachen der Erkrankung. Eine akute Gastritis kann mit Nahrungsentzug oder anschließender Schonkost therapiert werden. Chronische Erkrankungen können nur dann effektiv behandelt werden, wenn das Grundleiden evaluiert und entsprechend behandelt wird. Da wiederholtes Erbrechen zu enormem Flüssigkeitsverlust führt, sind Infusionen oftmals zur Stabilisierung des Tieres notwendig. Die Prognose variiert je nach Art der Gastritis; während leichte Erkrankungen gut therapierbar sind, haben schwere Erkrankungen eine schlechtere Prognose.

 

Gebärmutterentzündung (Katze)

Bei einer Gebärmutterentzündung handelt es sich eigentlich um eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis). Verursacht wird sie durch Bakterien, die von der Scheide der Katze in die Gebärmutter wandern und dort beispielsweise infolge eines hormonellen Ungleichgewichts infolge von Fehlgeburten ideale Bedingungen vorfinden, um sich in der Schleimhaut der Gebärmutter zu vermehren. Da sich im Zuge der Erkrankung oft Entzündungsflüssigkeit in der Gebärmutter ansammelt, entwickelt sich aus einer Endometritis oftmals eine Gebärmuttervereiterung (Pyometra).

Leitsymptome sind Apathie, Fieber sowie Appetitlosigkeit und eine vermehrte Aufnahme von Wasser. Viele Katzen sind zudem teilnahmslos, haben Fieber und verweigern das Futter.

Zur Therapie empfiehlt sich die Kastration der Kätzin. Erfolgt die Kastration rechtzeitig, ist die Prognose gut.

 

Gebärmuttertumoren (Kaninchen)

Gebärmuttertumoren werden auch als Uterustumoren bezeichnet und treten bei circa 60 bis 80 Prozent aller Häsinnen ab dem vierten Lebensjahr auf. Meist handelt es sich um Adenokarzinome, d.h. eine bösartige Entartung des Gebärmutterdrüsengewebes. Die Ursachen für die Bildung der Tumoren sind bis dato ungeklärt. Das Leitsymptom ist blutiger Scheidenausfluss. Manchmal wird das Blut auch mit dem Urin abgesetzt, sodass eine Harnwegserkrankung vermutet wird. Zu Therapiezwecken wird eine Ovariohysterektomie, d.h. die chirurgische Entfernung der Gebärmutter und Eierstöcke, vorgenommen. Befinden sich zur Zeit des Eingriffs keine Metastasen in der Lunge, ist die Prognose gut.

 

Gebärmuttervereiterung (Pyometra) (Kaninchen, Hund)

Als Pyometra wird eine eitrige Entzündung der Gebärmutter bezeichnet, die eine der häufigsten Erkrankungen bei weiblichen Tieren ist. Oft entwickelt sich eine Gebärmuttervereiterung in etwa vier bis zehn Wochen nachdem die Tiere läufig waren, aufgrund mehrerer Faktoren. Die Leitsymptome sind Scheidenausfluss und starker Durst. Grundsätzlich wird zwischen einer offenen und einer geschlossenen Pyometra differenziert. Da eine Pyometra zu einem lebensbedrohlichen Notfall werden kann, sollte schnellstens eine Therapie. Je nach Form und Schwere der Pyometra kann eine konservative oder eine chirurgische Behandlung erfolgen, wobei bei einem operativen Eingriff deine Ovariohysterektomie, d.h. eine Kastration durchgeführt wird. Bei rechtzeitigem Therapiebeginn ist die Prognose grundsätzlich gut.

 

Gelenksluxationen (Kaninchen)

Bei einer Gelenksluxation handelt es sich um ein ausgerenktes Gelenk. Bei Kaninchen werden Gelenksluxationen meist durch einen Sturz oder andere Unfälle verursacht. Oftmals ist das Hüftgelenk des Tieres betroffen, manchmal auch die Gelenke der Ellenbogen. Bei Luxationen können zudem die Gelenkbänder, -sehnen und -kapseln verletzt sein. Das Leitsymptom ist Lahmheit. Grundsätzlich wird die Bewegungsfähigkeit des Kaninchens stark eingeschränkt, denn das jeweils betroffene Gelenk ist nicht beweglich. Eine Therapie sollte unter Narkose erfolgen und besteht darin, alle am Gelenk beteiligten Knochenenden wieder in die Ausgangslage zu versetzen. Daran anschließend wird das gerichtete Gelenk mithilfe von Schlingen oder Verbänden fixiert.

 

Genu valgum (Hund)

Hunde, die ein Genu valgum aufweisen, haben X-Beine, die meist aus Wachstumsstörungen resultieren und meist bei großen Hunderassen wie beispielsweise Doggen, Bernhardinern, Mastiffs und irischen Wolfshunden auftreten. Begünstigt wird das Auftreten dieser Erkrankung von übermäßiger Fütterung mit Kalzium und Proteinen. Auffällig werden X-Beine in der Regel, wenn das Tier fünf Monate alt ist. Die Wachstumsstörungen äußern sich in Form von ungleichmäßigen Ober- und Unterschenkelknochen, wodurch letztlich die X-Beine entstehen. Befindet sich der Hund noch in der Wachstumsphase und wird die Therapie frühzeitig mit strenger Diät und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit begonnen, kann die Krankheit gehe8ilt werden. Ist das Knochenwachstum bereits abgeschlossen, ist lediglich eine chirurgische Behandlung erfolgsversprechend.

 

Gesäugeentzündung (Kaninchen, Hund, Katze)

Eine Gesäugeentzündung wird fachlich korrekt als Mastitis bezeichnet und geht mit der Entzündung von einzelnen oder allen Milchdrüsen einher. Verursacht wird eine Gesäugeentzündung in der Regel durch das Aufsteigen von Bakterien von der Zitze ins Drüsengewebe. Die Leitsymptome sind Rötungen, Schmerzen und Schwellungen der Milchdrüsen und infolge hungrige Welpen. Zudem kann eine Mastitis mit Fieber, Appetitlosigkeit sowie Abszessen einhergehen. Zur Therapie erden Antibiotika verabreicht. Grundsätzlich ist die Prognose bei einer Gesäugeentzündung positiv, da die Tiere das Säugen der Jungen oftmals nicht mehr zulassen, müssen sie per Hand aufgezogen werden.

 

Gesäugetumoren (Hund, Katze)

Gesäugetumoren werden auch als Mammatumoren bezeichnet. Bei Katzen sind die genauen Ursachen ungeklärt, es wird jedoch angenommen, dass die Geschlechtshormone eine Rolle bei der Entstehung von Mammatumoren spielen. Bei Hunden unterscheidet sich das Risiko an Gesäugetumoren zu erkranken von Rasse zu Rasse. Während Pudel, Dackel und Spaniel sehr oft an gutartigen Mammatumoren erkranken, ist das Risiko bei deutschen Schäferhunden weitaus geringer. Das Leisymptom bei Hündinnen und Kätzinnen ist eine Umfangsvermehrung im Gesäuge. Bei Katzen und Hunden wird zu Therapiezwecken die operative Entfernung der gesamten Milchleiste sowie der angrenzenden Lymphknoten angeraten. Ist nach einer histologischen Untersuchung des entfernten Gewebes klar, dass es sich um maligne Tumoren handelt, ist eine Chemotherapie durchzuführen.

Nach der chirurgischen Behandlung kommt es recht häufig zu Wundheilungsstören, dennoch ist – meist nach zwei bis vier Wochen – der Heilungsprozess abgeschlossen. Im Allgemeinen liegt die Gefahr von Rezidivbildungen bei Hündinnen bei etwa 20 Prozent.

 

Giardiasis (Hund, Katze)

Eine Giardiasis oder Giardiose wird durch die Darmparasiten Giardia duodenalis bzw. Giardia lamblia verursacht. Die mikroskopisch kleinen Parasiten gelangen über verunreinigtes Trinkwasser, z.B. Pfützen, oder Futter in den Körper der Tiere. Im Allgemeinen wird von Giardien der Dünndarm besiedelt, wodurch Entzündungen hervorgerufen und die Nährstoffaufnahme verhindert wird. Infizierte Tiere scheiden die Giardien über den Kot aus, wodurch sie sich verbreiten können. Da es sich bei dieser Erkrankung um eine Zoonose handelt, können sich auch Menschen infizieren. Das Leitsymptom ist Durchfall und die Erkrankung wird durch die Gabe von Antiparasitika behandelt.

 

Glaukom (Kaninchen, Hund)

Bei einem Glaukom – auch als grüner Star bezeichnet – liegt ein erhöhter Augeninnendruck (IOD) vor. Grundsätzlich gilt, dass lediglich durch das schnelle Erkennen und Behandeln dieser Erkrankung die Sehkraft des Tieres gerettet werden kann.

Bei Hunden wird grundsätzlich zwischen einem primären und einem sekundären Glaukom differenziert. Während ein primäres Glaukom angeboren und der Kammerwinkel fehlgebildet ist, liegt bei einem Sekundärglaukom ein erhöhter Augeninnendruck vor, der meist die Folge einer anderen Erkrankung der Augen ist.

Bei Kaninchen liegt in der Regel ein sekundäres Glaukom vor. Das Leitsymptom sind Schmerzen am Auge. Grundsätzlich handelt es sich bei einem Glaukom um einen für das Tier sehr schmerzhaften Notfall, sodass umgehend ein Tierarzt aufgesucht und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden sollten.

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