Tierkrankheiten H

Haarausfall (Katze)

Der Haarausfall bei einer Katze wird auch als Alopezie oder Fellverlust bezeichnet. Differenziert wird diagnostisch zwischen lokalen Haarverlusten und Haarausfall, der den gesamten Körper betrifft.

Der lokale Haarverlust – der vom Tier selbst durch einen gesteigerten Putztrieb verursacht wird – ist auch unter dem Terminus Feline selbstinduzierte Alopezie bekannt.

In 75 Prozent der Fälle zeigt sich, dass diesem gesteigerten Putztrieb eine organische Ursache zugrunde liegt. Diese kann sein:

  • Allergien gegen Futter oder Flohspeichel etc.
  • Parasitenbefall (Würmer, Flöhe, Milben etc.)
  • Pilzbefall
  • Hormonelle Störungen

Lediglich bei 10 Prozent der betroffenen Katzen liegen psychogene Ursachen vor und bei etwa 15 Prozent der Tiere scheint die Erkrankung durch eine Kombination aus psychologischen und organischen Ursachen bedingt. Die Therapie richtet sich grundsätzlich nach der jeweils vorliegenden Ursache.

 

Haarballen (Katze)

Haarballen entstehen, wenn Katzen durch das tägliche Lecken und Putzen zahlreiche Haare aufnehmen. Normalerweise scheiden sie diese mit dem Kot wieder aus; ein relativ geringer Teil der Haare wird jedoch erbrochen. Es gehört entsprechend zum normalen Reinigungsprozess, dass zu festen Klumpen zusammengeballte Haare erbrochen werden. Reicht das Ausscheiden der Haare durch Erbrechen oder mit dem Kot nicht aus, sammeln sich immer mehr Haare im Magen-Darm-Trakt des Tieres und verfilzen – es entstehen sogenannte Haarballen (Trichobezoare).

Ursachen für Haarballen können sein:

  • Fellwechsel
  • sehr langes Fell
  • Hauskatzen, die nicht genug Gras oder andere Pflanzenteile zum Anregen des Erbrechens von Haaren fressen

 

Die Leitsymptome sind Erbrechen und Verstopfung. Die Therapie ist abhängig von der Große und der Lage der Haarballen. Die Behandlung reicht von der Gabe eines Klistiers oder Einlaufs bis hin zur chirurgischen Entfernung der Haarballen.

 

Haarlinge (Hund)

Bei den sogenannten Haarlingen handelt es sich um circa zwei Millimeter große Parasiten, die auf der Oberfläche der Haut leben. Die zu den Ektoparasiten zählenden Haarlinge, legen ihre Eier an den Schaft der Haare, aus denen nach etwa sieben Tagen Larven schlüpfen und die sich in nur wenigen Wochen zu geschlechtsreifen, erwachsenen Haarlingen entwickeln, sodass ein Massenbefall möglich ist. Haarlingen können durch engen Kontakt von Tier zu Tier übertragen werden. Die Leitsymptome sind Juckreiz und Veränderungen der Haut. Grundsätzlich lässt sich ein Befall mit Haarlingen sehr gut therapieren. Neben Sprays und Spot-on-Präparaten ist auch die Verwendung von entsprechenden Shampoos sehr wirksam. Um eine erneute Infektion zu verhindern, sollte die Umgebung gründlich gereinigt werden.

 

Hämoplasmose (Katze)

Bei Hämoplasmose – auch als Feline infektiöse Anämie oder Hämobartonellose bezeichnet – handelt es sich eine von Bakterien hervorgerufene Erkrankung. Die Bakterien Hämobartonella felis gehören zur Familie der Mykoplasma, allerdings gibt es unterschiedliche Stämme, sodass sich die verschiedenen Bakterien in Bezug auf ihre Pathogenität unterscheiden. Alle Hämobartonella felis haften an den roten, für den Transport von Sauerstoff zuständigen Blutzellen und eliminieren diese, sodass eine Anämie entsteht.

Ungeklärt ist bis dato der exakte Ansteckungsmechanismus, allerdings geht die Forschung davon aus, dass die Bakterien ausschließlich über das Blut übertragen werden. Hauptüberträger sind Flöhe, während beispielsweise Zecken sowie andere blutsaugende Insekten eine eher nebensächliche Rolle spielen. Die Leitsymptome sind allgemeine Schwäche und sehr blasse Schleimhäute.

Die Therapie der Hämoplasmose sollte so schnell wie möglich nach der Diagnose erfolgen, weil circa ein Drittel aller betroffenen Tiere, die entweder überhaupt nicht oder zu spät therapiert werden, die Erkrankung nicht überlebt.

 

Harnabsatzstörungen (Hund)

Als häufigste Störung des Harnabsatzes gilt das kastrationsbedingte Harnträufeln bei weiblichen Tieren. Daneben können Harnabsatzstörungen durch folgende Faktoren bedingt sein:

  • Missbildungen der Harnleiter: Inkontinenz infolge von angeborenen Missbildungen in den Harnleitern
  • Überlaufblase: Der Hund unternimmt keine Harnabsatzversuche und das Entleeren der Blase erfolgt immer dann, wenn der Blaseninnendruck die Stärke des Schließmuskels übersteigt, d.h. die Blase läuft über.
  • Nerval bedingte Inkontinenz: Aufgrund von Verletzungen des Rückenmarks im Bereich der Wirbelsäule wird der Blasenschließmuskel nicht hinlänglich oder überhaupt nicht durch die Blasennerven innerviert.
  • Zwangsinkontinenz: Hunde, die einen unwiderstehlichen Harndrang haben, leiden unter Drang- oder auch Zwangsinkontinenz, denn sie sind nicht in der Lage ihren Harn zurückzuhalten.

 

Harnspritzen (Katze)

Das Harnspritzen wird meist als Markieren aber auch als Harnmarkieren und Spritzmarkieren bezeichnet. Dabei wird der Bereich, in dem die Katze mit Harn markiert in das Kerngebiet und das Streifgebiet unterteilt. Während das Kerngebiet den eigentlichen Lebensraum des Tieres umfasst, handelt es sich beim Streifgebiet um die nähere Umgebung. Beim Harnspritzen im Kerngebiet handelt es sich – anders als im Streifgebiet – um eine Verhaltensstörung. Gründe hierfür können sein:

  • umgestellte oder neue Möbel im Wohnbereich
  • der Eintritt der Geschlechtsreife
  • Rangordnungsveränderungen
  • eine neue Katze im Kern- oder Streifgebiet
  • Beziehungsveränderungen unter den Besitzern der Katze (Trennung, neues Familienmitglied, Baby etc.)
  • länger währende Abwesenheit der Katzenbesitzer (Krankheit, Urlaub etc.)
  • neue Katzentoilette, neues Streu oder neue Reinigungsmittel
  • etc. pp.

 

Therapierbar ist das Harnspritzen im Kerngebiet meist durch eine Kastration des Tieres, wobei jedoch 5 Prozent der Kätzinnen und 10 Prozent der Kater auch nach der Kastration weiterhin markieren. Zudem sind verhaltenstherapeutische Maßnahmen möglich, die zum Beispiel in folgenden Maßnahmen bestehen können:

  • Aufstellen weiterer Katzentoiletten
  • gründliche Reinigung der bevorzugten Markierungsorte
  • Hauskatzen, die bereits einmal Freilauf hatten, diesen wieder zu gewähren
  • Fernhaltesprays
  • angstlösende Medikamente

 

Harnträufeln (Hund)

Bei Harnträufeln handelt es sich um Inkontinenz, die meist in Folge der Kastration einer Hündin entsteht. Zwar ist der genaue Zusammenhang zwischen der Inkontinenz und der Kastration noch nicht geklärt, allerdings geht die Forschung davon aus, dass der Mangel an Geschlechtshormonen nach der Kastration zu einer Funktionseinschränkung bzw. einem Funktionsverlust der Blasenwand sowie des Sphinktermuskels führt.

Bei männlichen Hunden wird nach einer Kastration nur sehr selten eine Inkontinenz diagnostiziert. Das Leitsymptom ist Harnverlust und die Therapie besteht in der Stärkung des Schließmuskels, die sowohl konservativ als auch chirurgisch erfolgen kann.

 

Harnwegsinfektion (Kaninchen, Hund, Katze)

Bei Hunden werden unter dem Terminus Harnwegsinfektion sowohl Entzündungen der Harnleiter (Ureteritis), als auch der Harnblase (Zystitis) und der Harnröhre (Urethritis) subsumiert. Das Leitsymptom einer Harnwegsinfektion beim Hund ist starker Harndrang.

Bei Katzen gibt es diverse Erkrankungen der Harnwege, die unter dem Terminus FLUTD (Feline Lower Urinary Tract Deseases) zusammengefasst werden. Alle unteren Harnwegsinfektionen bei Katzen weisen eine ähnliche Symptomatik auf, deren Ursache jedoch in verschiedenen Erkrankungen besteht. Eine sehr häufige Ursache von Harnwegsinfektionen bei Katzen ab dem zehnten Lebensjahr sind Bakterien und die häufigsten Symptome sind:

  • Dysurie (Harn kann nicht abgesetzt werden)
  • Pollakisurie (Versuch kleine Harnmengen häufig abzusetzen)
  • Strangurie (starker, jedoch schmerzhafter Harndrang)
  • Periurie (Urinabsatz an unerwünschten Orten)
  • Hämaturie (blutiger Urin)
  • Lecken der Genitalien

 

Auch bei Kaninchen werden Infektionen der Harnwege oft durch Bakterien verursacht und die Leitsymptome sind häufiger Harnabsatz sowie eine feuchte Analregion.

Harnwegsinfektionen werden sowohl bei Hund und Katze als auch bei Kaninchen mit der Gabe von Antibiotika behandelt.

 

Harnwegsobstruktion (Kaninchen, Hund, Katze)

Bei einer Harnwegsobstruktion handelt es sich um eine Harnwegverlegung.

Bei Kaninchen werden Harnwegsverlegungen durch eine zu kalziumreiche Fütterung, unzureichende Bewegung und eine mangelnde Flüssigkeitsaufnahme verursacht. Das Leitsymptom ist gesteigerter Harndrang infolge der Bildung von Harngries und Harnsteinen. Im Rahmen einer Therapie müssen einerseits Harngries und Harnsteine entfernt werden, zudem muss das Kaninchen mit Antibiotika behandelt werden, denn es liegt immer zugleich auch eine Harnwegsinfektion vor.

Liegt bei Hunden eine Verstopfung (Obstruktion) der Harnwege vor, sind für den Verschluss der Harnwege in der Regel auch Harngries und Harnsteine verantwortlich. Die häufigsten Ursachen hierfür sind bei Hunden folgende:

  • unausgewogener bzw. übermäßiger Mineralstoffgehalt im Futter
  • genetisch bedingte Stoffwechselstörungen
  • eine vorhergehende Harnwegsinfektion
  • Medikamente, durch die der pH-Wert des Urins verändert wird

 

Die Leitsymptome beim Hund sind Harndrang und Schmerzen.

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse besagen, dass – anders als bis dato angenommen – lediglich 10 Prozent aller Fälle von Harnwegsobstruktion bei Katzen auf Harngries oder Blasensteine zurückzuführen sind. Vielmehr ist eine Harnwegsobstruktion ein multifaktorielles Geschehen, das mehrere Ursachen haben kann:

  • Fütterung mit Trockenfutter mit einem unausgewogenen Mineralstoffverhältnis
  • mangelnde Bewegung
  • Medikamente, durch die der pH-Wert des Urins verändert wird
  • eine vorhergehende Harnwegsinfektion

Meist sind Kater von Harnwegsobstruktionen betroffen, da deren Harnröhre deutlich enger ist als bei Kätzinnen. Die Symptomatik bei Katzen ist folgende:

– Dysurie (Harn kann nicht abgesetzt werden)

– Pollakisurie (Versuch kleine Harnmengen häufig abzusetzen)

– Strangurie (starker, jedoch schmerzhafter Harndrang)

– Periurie (Urinabsatz an unerwünschten Orten)

– Hämaturie (blutiger Urin)

– Lecken der Genitalien

 

Die Therapie besteht – sowohl bei Hunden als auch bei Katzen – in mehreren Schritten, wobei zuerst der Harnabfluss sichergestellt werden muss. Darauf folgen die Gabe von Infusionen und die Zertrümmerung der Steine mithilfe von Lasertechnik. Letztlich muss das Tier mit Antibiotika versorgt werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen.

 

Hautfaltendermatitis (Hund)

Diese Hauterkrankung ist gekennzeichnet durch oberflächliche, nässende und eitrige Entzündungen in den ausgeprägten Hautfalten des Hundes. Die Haut des Hundes wird im Allgemeinen von unterschiedlichen Pilzen und Bakterien besiedelt, ohne dass sie erkrankt. So befindet sich auf einer gesunden Hundehaut ein mehr oder weniger stabiles Gleichgewicht von Bakterien und Pilzen. Wird dieses Gleichgewicht gestört, ist eine übermäßige Vermehrung einzelner Pilz- oder Bakterienarten eine mögliche Folge. Die Leitsymptome sind nässende Stellen und eine gerötete Haut in den Hautfalten. Zur Behandlung werden die betroffenen Stellen ein bis zweimal am Tag mit einem entsprechenden dünnflüssigen Shampoo oder Medikament behandelt. Grundsätzlich ist die Prognose bei einer Behandlung der Hautfaltendermatitis positiv.

 

Hautpilzinfektion (Hund, Katze, Kaninchen)

Andere Begriffe für Hautpilzinfektionen sind: Dermatomykose, Dermatophytose, und Hautpilzerkrankung. Grundsätzlich werden Pilzinfektionen – sogenannte Mykosen – von unterschiedlichen pathogenen Pilzgattungen verursacht. Bei Haustieren werden Dermatomykosen vorrangig durch die Pilzgattungen Microsporum canis und Trichophyton mentagrophytes verursacht. Entsprechend wird – je nachdem, welcher Erreger die Erkrankung verursacht – von Trichophytie oder Microsporie gesprochen.

Die Übertragung erfolgt bei Pilzinfektionen einerseits direkt von Tier zu Tier und andererseits indirekt über Gegenstände. Grundsätzlich sind zahlreiche Pilzarten auch für Menschen und andere Haustiere ansteckend, d.h. es besteht eine Zoonosegefahr. Das Leitsymptom dieser Erkrankung ist Haarausfall und die Therapie besteht aus drei Elementen. Zuerst erfolgt eine systemische Behandlung, danach eine lokale Therapie und darauf aufbauend eine Umkehrbehandlung. Wichtig ist es, dass die Behandlung nicht zu früh oder gar vorzeitig abgebrochen wird, um eventuelle Rückfälle zu vermeiden. In der Regel ist eine ausreichend lange Therapie erfolgreich.

 

Hepatitis (Hund, Katze)

Bei Hepatitis handelt es sich um eine Entzündung der Leber. Die Leber ist auch bei Hunden und Katzen ein Teil des Verdauungssystems, ist für die Entgiftung des Körpers zuständig und übernimmt wichtige Aufgaben im Stoffwechsel.

Beim Hund ist eine akute Leberentzündung eher selten, dagegen treten chronische Leberentzündungen deren Folge eine Leberinsuffizienz ist häufiger auf. Verursacht wird eine Hepatitis durch:

  • Störungen des Stoffwechsels
  • toxische Ursachen wie beispielsweise Chemikalien, Vergiftungen oder Arzneimittelunverträglichkeiten
  • Lebertumoren
  • bakterielle und virale Erreger
  • Durchblutungsstörungen
  • bei Katzen FIP
  • bei Hunden ist die Kupferspeicherkrankheit eine angeborene Form der chronischen Hepatitis

 

Die Leitsymptome sind Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Behandelt werden leichtere Formen von Hepatitis in der Regel symptomatisch und einer strengen Diät. Bei schwereren Leberentzündungen werden Infusionen und anderen Medikamente wie zum Beispiel Antibiotika verabreicht. Bei chronischer Hepatitis wird zudem Kortison eingesetzt, damit ein Rückfall verhindert wird.

 

Hepatitis contagiosa canis (Hcc) (Hund)

Bei dieser ansteckenden Erkrankung handelt es sich um eine Leberentzündung, die durch das canine Adenovirus-1 (CAV-1) übertragen wird. In sehr vielen Fällen endet Hepatitis contagiosa canis tödlich. Aufgrund der bereits vorhandenen Impfmöglichkeiten wird Hcc heutzutage jedoch nur noch sehr selten diagnostiziert. Übertragen werden die Viren, wenn sie über den Harn, den Kot und den Speichel der Hunde ausgeschieden und von anderen Hunden über die Nase oder das Maul aufgenommen werden. Eine Ansteckung in der Gebärmutter ist jedoch nicht möglich. Allerdings erkranken sehr häufig junge Hunde an Hepatitis contagiosa canis, die entweder ein geschwächtes Immunsystem haben oder nicht geimpft sind. Die Symptomatik ist vielfältig und reicht von Fieber, Appetitlosigkeit und Erbrechen bis zu Ödemen und blau-grau-eingefärbten Augen.

Zur Therapie bestehen auch nach heutigem Stand der Forschung nur wenige Möglichkeiten, sodass vorrangig eine symptomatische Behandlung erfolgt, beispielsweise durch Infusionen, Antibiotika, Leberschutzpräparate etc.

 

Hepatozoonose (Hund)

Bei Hepatozoonose handelt es sich um eine typische Reisekrankheit, denn sie tritt vorrangig im europäischen Mittelmeerraum auf. Da viele Hundebesitzer ihre Tiere mit auf Reisen nehmen, hat sich die Hepatozoonose mittlerweile auch in Mitteleuropa stärker verbreitet. Verursacht wird die Erkrankung durch den Blutparasiten Hepatozoon canis, der durch die Braune Hundezecke sowie die Igelzecke auf das Tier übertragen wird. Interessant ist, dass eine Infizierung mit dem Virus nur dann erfolgt, wenn der Hund die Zecke – beispielsweise bei der Reinigung des Fells – frisst. Übertragungen durch den Stich einer Zecke sind bis dato nicht bekannt. Die Symptome variieren je nach Stadium der Krankheit und sind nach einer Zeit von zwei bis vier Wochen meist folgende:

  • Immunsystem: Fieber, Leberentzündungen, geschwollene Lymphknoten
  • Darmwand: Abmagerung und blutiger Durchfall
  • Muskulatur: Muskelentzündungen, steifer Gang und Rückgang der Muskulatur

Grundsätzlich ist es auch möglich, dass eine Hepatozoonose asymptomatisch verläuft. Bis dato ist keine Therapie bekannt, die den Erreger vollständig abtötet. Durch die Gabe von Antibiotika versuchen Tierärzte jedoch, die Krankheit zu kontrollieren. Sinnvoll ist zur Vorbeugung, die Verwendung von sogenannten Spot-on-Präparaten.

 

Herbstgrasmilben (Kaninchen, Hund, Katze)

Bei Herbstgrasmilben handelt es sich um sogenannte Ektoparasiten, die zu den Spinnentieren zählen. Grundsätzlich können sich Tiere mit Herbstgrasmilben – auch als Herbstlaus oder medizinisch korrekt als Neotrombicula autumnalis bezeichnet – nur direkt infizieren, d.h. wenn die Larven der Milben vom Boden auf das Tier oder den Menschen überspringen. Eine Übertragung von Tier zu Mensch oder Tier zu Tier ist entsprechend nicht möglich. Das Leitsymptom ist starker Juckreiz. Zur Behandlung ist bis dato in Deutschland kein Mittel zugelassen. Allerdings wirken die Stoffe in zahlreichen anderen Spot-on-Präparaten und Shampoos auch gegen Herbstgrasmilben. Kommt es zu starken Sekundärinfektionen werden in der Rege entzündungshemmende Medikamente sowie Antibiotika eingesetzt. Die Prognose ist grundsätzlich positiv.

 

Herzinsuffizienz (Hund)

Grundsätzlich gibt es verschiedene Erkrankungen, die beim Hund zu einer Herzinsuffizienz führen können. Neben Erkrankungen der Herzklappen wie zum Beispiel Klappeninsuffizienz, Endocarditis valvularis oder Klappenendokardiose, können Erkrankungen des Herzbeutels sowie des Herzmuskels und Erkrankungen durch Herzwürmer zu einer Herzinsuffizienz führen. Die Leitsymptome sind allgemeine Leistungsschwäche und Husten. Im Allgemeinen kann eine Herzinsuffizienz nicht geheilt werden. Aus diesem Grund muss versucht werden, das Herz zu entlasten und mögliche Veränderungen aufzuhalten. Hierzu werden meist Medikamente sowie Medikamentenkombinationen eingesetzt und eine Ernährungsumstellung vorgenommen. Die jeweilige Prognose bei Herzinsuffizienz variiert je nach Alter und Allgemeinzustand des Tieres, dem Ausmaß der vorliegenden Erkrankung und dem genauen Zeitpunkt des Behandlungsbeginns.

 

Herzwürmer (Hund, Katze)

Eine Infektion mit Herzwürmern ist eher selten und kommt nördlich der Alpen kaum vor. Entsprechend handelt es sich bei Dirofilariose oder auch Dirofilaria immitis um eine typische Reisekrankheit, deren Erreger Endoparasiten und im südlichen Europa weit verbreitet sind. Grundsätzlich werden Tiere durch Stechmücken infiziert, die aus dem Blut bereits infizierter Tiere Mikrofilarien aufnehmen. Dabei benötigen die Parasiten vom Stich der Mücke bis zur Entwicklung des erwachsenen Herzwurms eine Zeit von sechs bis neun Monaten. Die Leitsymptome sind Husten, Schwäche und Atemnot und die Behandlung bzw. Bekämpfung von Herzwürmern gestaltet sich problematisch. Während die erwachsenen Würmer durch das zweimalige Injizieren eines speziellen Medikaments abgetötet werden, müssen die sich im Körper befindenden Larven durch ein Präparat, welches eigentlich der Vorbeugung dient, bekämpft werden.

 

Histiozytäres Sarkom (Hund)

Bei einem histiozytären Sarkom wird zwischen einer lokalen, d.h. örtlich begrenzten und einer disseminierten bzw. multizentrischen, d.h. den gesamten Organismus betreffenden, Form differenziert. Während die lokale Form durch Tumoren in der Ober- und Unterhaut gekennzeichnet ist, die zur Metastasenbildung im Lymphsystem neigt, ist die multizentrische Form dieser Erkrankung weitaus aggressiver. Bei dieser Form sind die Symptome nur selten eindeutig, d.h. vor allem zu Beginn der Erkrankung recht unspezifisch. So können Abmagerung, Fieber, Appetitlosigkeit und Teilnahmslosigkeit auf ein histiozytäres Sarkom hindeuten. Diagnostiziert wird diese Erkrankung durch ein Blutbild sowie Röntgenbilder und Ultraschalluntersuchungen, sowie eine Biopsie mit anschließender histologischer Untersuchung. Therapiert werden kann ein multizentrisches histiozytäres Sarkom bis heute nicht. Es besteht jedoch die Möglichkeit die Lebensqualität des Tieres durch eine symptomatische Behandlung zu verbessern und so lange wie möglich zu erhalten.

 

Hitzeschlag (Kaninchen)

Im Allgemeinen handelt es sich bei Kaninchen um Höhlenbewohner, die sich in der freien Wildbahn lediglich in der Dämmerung außerhalb des Baus aufhalten. Diesem natürlichen Verhalten Rechnung tragend, verfügen Kaninchen nicht über Schweißdrüsen, d.h. sie sind nicht in der Lage überschüssige Wärme nach außen abzugeben und aus diesem Grund extrem hitzeempfindlich. Deshalb enden sehr schwüle Tage, lange Autofahren im Sommer oder direkte Sonneneinstrahlung für Kaninchen oft tödlich.

Kaninchen, die überhitzt sind, atmen flach und schnell, verhalten sich aufgeregt und haben Muskelzittern. Besitzer, die diese Symptome an ihrem Kaninchen bemerken, sollten ihr Tier umgehend in eine kühle Umgebung bringen und es mithilfe lauwarmer Umschläge kühlen. Zudem können die Beine des Tieres kühl geduscht werden. Damit ein Kaninchen nicht an der Spätfolgen eines Fast-Hitzschlages stirbt, sollte es in einer Tierarztpraxis mit Infusionen und Sauerstoff versorgt werden, und zwar auch dann, wenn die äußeren Anzeichen für einen Hitzschlag bereits nicht mehr vorhanden sind.

 

Hodentumoren (Hund)

Bei unkastrierten und älteren Hunden treten Hodentumoren recht häufig auf. Im Allgemeinen beträgt das Alter des Hundes beim Auftreten von Hodentumoren etwa zehn Jahre. Zudem erkranken Tiere, die einen unbehandelten Hodenhochstand aufweisen, häufiger an Hodentumoren. Die Ursachen für die Entstehung dieser Erkrankung sind bis dato unbekannt. Das Leitsymptom ist eine Vergrößerung der Hoden. Hunde, die Hodentumoren aufweisen, sollten schnellstmöglich kastriert werden und die Tumoren chirurgisch entfernt. Meist ist eine weitere Therapie nicht notwendig, falls es zuvor zu einer Metastasenbildung kam, sollte eine Chemotherapie gemacht werden.

 

Hormonelle Rolligkeitskontrolle (Katze)

Zwar ist auch bei Katzen eine langfristige Unterdrückung der Rolligkeit durch die Gabe von Hormonen möglich, allerdings kann dies mit zahlreichen Nebenwirkungen einhergehen. Zur Unterdrückung der Rolligkeit werden künstlich hergestellte Hormone, d.h. Progestagene, eingesetzt, die die Wirkweise von Progesteron nachahmen sollen, wodurch der Eisprung verhindert wird. Die Hormone werden entweder in Form von Tabletten verabreicht oder injiziert. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen:

  • ein deutlich höheres Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken
  • ein vermehrtes Auftreten von Gebärmutterentzündungen
  • ein deutlich höheres Risiko Gesäugetumoren auszubilden
  • etc. pp.

Grundsätzlich empfiehlt sich als sicherere und schonendere Alternative die Kastration der Katze.

 

Horner-Syndrom (Katze)

Das sogenannte Horner-Syndrom wird durch Schäden der Nervenstrukturen, die für die Versorgung des Auges zuständig sind, verursacht. Daraus resultiert ein breiter Symptomenkomplex, bestehend aus:

  • einer Pupillenverengung (Miosis)
  • einem Nickhautvorfall
  • einem herunterhängenden oberen Augenlid (Ptosis)
  • einem Zurücksinken des Augapfels in die Höhlen (Enophthalmus)

 

In der Regel treten alle Symptome zeitgleich, jedoch in verschiedener Ausprägung auf.

Verursacht wird das Horner-Syndrom bei Katzen meist durch eine Entzündung der Ohren, denn im Mittelohr laufen die unterschiedlichen Nerven, die für die Versorgung des Auges zuständig sind, zusammen. Sowohl die Therapie als auch die Prognose des Horner-Syndroms richten sich nach der exakten Ursache der Erkrankung.

 

Hornhauterkrankungen (Kaninchen, Hund, Katze)

Hornhauterkrankungen werden auch als Keratopathie bezeichnet. Grundsätzlich können Hornhauterkrankungen von verschiedenen Faktoren verursacht werden. Bei Hunden und Katzen sind dies:

  • Viren, Bakterien oder Pilze
  • Verletzungen beispielsweise durch Stacheln, andere Tiere, Zweige oder Dornen
  • Allgemeininfektionen wie zum Beispiel Staupe
  • unterschiedliche Augenerkrankungen wie zum Beispiel Entropium oder Distichiasis
  • Reizungen, hervorgerufen durch chemische Stoffe
  • Selbstverletzungen aufgrund von Schmerzen des Auges zum Beispiel bei einem Glaukom

Bei Kaninchen zählen zu den häufigsten Ursachen:

  • Pfotenhiebe von Partnertieren, Dornen, Stacheln
  • schwere Allgemeininfektionen wie zum Beispiel Kaninchenschnupfen oder Myxomatose
  • einrollende Augenlider
  • Entzündungen des Tränenkanals sowie hochgradige Konjuktivitiden

 

Die Leitsymptome sind Hornhauttrübungen, Augenfluss und Lichtscheue beim Kaninchen. Bei Hunden und Katzen sind es Lidkrämpfe, Augenfluss und Hornhauttrübungen. Eine Therapie erfolgt in der Regel mithilfe antibiotischer und entzündungshemmender Augensalben und Augentropfen.

 

Hot Spot (Hund)

Bei einem Hot Spot handelt es sich um eine eitrige Entzündung der Haut, von der jedoch lediglich die Epidermis bzw. Lederhaut, d.h. die oberflächlichste Hautschicht betroffen ist. Ein Hot Spot ist bei frühzeitiger Behandlung meinst schnell geheilt, sodass keine Narben zurückbleiben. Als Ursachen gelten beispielsweise Flohstiche, die durch Kratzen und Jucken zu größeren Entzündungsherden werden. Das Leitsymptom ist ein verklebtes Fell. Behandelt werden Hot Spots mit desinfizierender Hautseife und Salbe sowie kortisonhaltigen Mitteln, um den Juckreiz zu stoppen. Angeraten ist zudem, das Tragen eines Halskragens.

 

Hüftgelenksdysplasie (Hund)

Der Terminus Hüftgelenksdysplasie bezeichnet eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, wobei häufig beide Hüftgelenke betroffen sind. Bei dieser Erkrankung ist der Oberschenkelkopf nicht fest genug mit der Gelenkpfanne in der Hüfte verbunden, sodass eine starke Instabilität des Gelenks besteht, welche wiederum häufig zur Ausbildung einer Arthrose führt. Die Leitsymptome sind grundsätzliche Bewegungsunlust und Lahmheit. Die Behandlung kann sowohl konservativ als auch chirurgisch erfolgen. Die Maßnahmen einer konservativen Therapie sind eine medikamentöse Behandlung, eine dosierte Bewegung und eine entsprechende Physiotherapie. Zuweilen müssen Hunde aufgrund ihres Übergewichts eine Diät halten und knorpelschützendes Ergänzungsfutter zu sich nehmen.

Die chirurgische Therapie beinhaltet verschiedene Methoden, die individuell abgewogen werden sollten. Neben einer Hüftgelenks-Totalprothese, können beispielsweise auch eine dreifache Beckenschwenk-Osteotomie, eine Oberschenkelkopf- und Oberschenkelhalsresektion durchgeführt werden.

 

Hüftgelenksluxation (Katze)

Bei einer Hüftgelenksluxation handelt es sich um die Ausrenkung des Hüftgelenks infolge eines Sturzes aus großer Höhe oder eines Autounfalls. Dabei rutscht der Oberschenkelkopf aus der Hüftgelenkspfanne, was häufig mit einem Reißen der Bänder – die dafür verantwortlich sind, dass der Oberschenkelkopf in der Hüftpfanne gehalten wird – einhergeht. Zudem kommt es häufig zu einer Schädigung der Gelenkkapsel. Das Leitsymptom ist Lahmheit. Eine Hüftgelenksluxation kann sowohl chirurgisch als auch konservativ therapiert werden. Bei der konservativen Behandlung wird das Gelenk unter Narkose reponiert und im Anschluss mithilfe von Verbandmaterial fixiert. Springt der Oberschenkelkopf wiederholt aus der Pfanne kann mithilfe eines chirurgischen Eingriffs versucht werden, das Gelenk dauerhaft zu stabilisieren bzw. fixieren.

 

Husten (Katze)

Husten zählt auch bei Katzen zu den wichtigsten Abwehrmechanismen der Atemwege. Gehustet wird entsprechend dann, wenn die oberen Atemwege, die mit Schleimhaut ausgekleidet sind, mit Flüssigkeit oder einem Fremdkörper in Kontakt kommen. Im Allgemeinen reagiert die Schleimhaut sehr empfindlich, sodass es schon bei geringen Reizen zu einem Hustenreflex kommt, um den Reizverursacher wieder nach außen zu transportieren.

Das Husten ist somit eigentlich ein Symptom, dem zahlreiche Erkrankungen zugrunde liegen können. Oftmals – und vor allen bei jungen Tieren – tritt Husten in Verbindung mit Fremdkörpern im Rachen, Katzenschnupfen und Lungenwürmern auf. Ältere Tiere erkranken dagegen häufiger an Brustfell- und Lungenentzündungen, Asthma oder Lungentumoren.

 

Hypertrophe Kardiomyopathie (Katze)

Im Allgemeinen kann eine hypertrophe Kardiomyopathie genetisch bedingt sein oder im Verlauf des Lebens erworben werden. Eine erblich bedingte hypertrophe Kardiomyopathie wird auch als primäre HKM bezeichnet und wurde bis heute bei Main Coon Katzen nachgewiesen; für andere Katzenrassen wird sie lediglich angenommen. Die erworbene hypertrophe Kardiomyopathie, auch als sekundäre HKM bekannt, wird durch Allgemeinerkrankungen hervorgerufen, die zu Bluthochdruck oder Veränderungen des Herzmuskels führen können. Die Leitsymptome sind Atemnot und Mattheit. Je nach Symptomatik wird eine medikamentöse Therapie eingeleitet und eine Prognose ist aufgrund der unterschiedlichen Reaktionen auf entsprechende Medikamente nur schwer zu stellen.

Berechne deinen Beitrag

Umfassende Deckung Freie Tierarztwahl
Kein Kündigungsrecht für den Versicherer im Schadensfall Schnelle Schadenbearbeitung

Petplan

Petplan ist ein Handelsname der Tiergarant Versicherungsdienst GmbH und bevollmächtigter Assekuradeur der UVM Verzekeringsmaatschappij N.V. in Hogeveen in den Niederlanden.

Tiergarant Versicherungsdienst GmbH Postfach 1462 - 31512 Wunstorf