Wo sind die Hoden beim Welpen?

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Bei der Geburt befinden sich die Hoden männlicher Hundewelpen noch nicht im Hodensack, sondern in der Bauchhöhle. In den ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt wandern sie dann normalerweise durch den Leistenkanal des kleinen Vierbeiners herab.

Es kann jedoch passieren, dass dieser sogenannte Hodenabstieg ausbleibt. Woran das liegt und welche Folgen das für betroffene Welpen hat, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei der Geburt befinden sich die Hoden des Welpen in der Bauchhöhle.

  • In den ersten sechs bis acht Wochen wandern die Hoden in den Hodensack.

  • Der Hodenabstieg sollte spätestens nach drei Monaten abgeschlossen sein.

  • Ein ausbleibender Abstieg der Hoden wird als Kryptorchismus bezeichnet.

  • Um eine Fortpflanzung sowie gesundheitliche Probleme zu vermeiden, werden Hunde mit Kryptorchismus in der Regel kastriert.

 

Wann ist der Hodenabstieg beim Welpen abgeschlossen?

Die lateinische Bezeichnung für Hodenabstieg lautet Descensus testis. Der Vorgang ist im Normalfall nach rund drei Monaten abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Hoden des Welpen vollständig im Hodensack.

Kryptorchismus (Verborgenhodigkeit) bei Welpen

Es kann durchaus vorkommen, dass die Hoden des Welpen nicht wie vorgesehen aus der Bauchhöhle in den Hodensack wandern. Ist der Hodenabstieg in einem Alter von sechs Monaten noch nicht komplett abgeschlossen, leidet der Welpe an Kryptorchismus (Verborgenhodigkeit).

Da sich der Leistenkanal des Welpen mit der Zeit verengt, können die Hoden ihn schließlich nicht mehr passieren. Kryptorchismus kann sowohl einen als auch beide Hoden des Hundes betreffen.

Ursachen für Kryptorchismus bei Welpen

Kryptorchismus ist in der Regel genetisch bedingt, weshalb betroffene Hunde meist von der Zucht ausgeschlossen werden. In seltenen Fällen können allerdings auch der Kontakt mit Umweltgiften oder die Gabe von Hormonen bei trächtigen Hündinnen dazu führen, dass der Hodenabstieg bei Welpen ausbleibt.

Grundsätzlich kann Kryptorchismus bei allen Hunden auftreten. Kleine Rassen sind jedoch besonders häufig betroffen. Zudem ist das Risiko bei reinrassigen Tieren deutlich höher als bei Mischlingen. Insgesamt tritt Kryptorchismus bei ein bis sieben Prozent aller Rüden auf.

Gesundheitliche Folgen eines ausbleibenden Hodenabstiegs

Leider handelt es sich bei versteckten Hoden nicht nur um einen optischen Makel. Darüber hinaus hat der Kryptorchismus auch Folgen für die Gesundheit des Hundes. Aufgrund der höheren Temperaturen in der Bauchhöhle können keine Spermien produziert werden, sodass Hunde mit beidseitigem Kryptorchismus in der Regel unfruchtbar sind.

Hinzu kommt, dass versteckte Hoden bei Hunden eine erhöhte Neigung zu einem Erkranken an Hodenkrebs mit sich bringen.

Wie werden versteckte Hoden beim Hund behandelt?

In den meisten Fällen empfiehlt der Tierarzt, Hunde mit Kryptorchismus zu kastrieren. Sollte nur ein Hoden betroffen sein, muss der normal abgestiegene Hoden theoretisch nicht mit entfernt werden. Um eine Vererbung des Kryptorchismus zu vermeiden, ist es jedoch ratsam, dem Hund beide Hoden zu entnehmen.

Kryptorchide Hoden müssen nicht zwingend bereits im Welpenalter entfernt werden. Um Probleme wie ein Erkranken an Hodenkrebs zu vermeiden, sollte der Eingriff jedoch innerhalb der ersten drei Lebensjahre des Hundes durchgeführt werden.

Zum Teil gibt es auch Versuche, den Hodenabstieg bei Welpen durch die Gabe von Hormonpräparaten herbeizuführen. Die Wirkung derartiger Therapieansätze ist jedoch umstritten und die Erfolgschancen sind in der Regel sehr gering.

Schützen Sie, was Ihnen wichtig ist!